Superhelden-Film "Avengers"-Regisseur Joss Whedon dreht "Batgirl"-Film

Und wechselt damit die Fronten im Krieg der großen Comic-Imperien.

Marvel-Superhelden-Regisseur Joss Whedon soll einen "Batgirl"-Film drehen - für DC Comics. Das berichtet das Branchenblatt Variety. Um mal kurz die Fallhöhe dieser Meldung klar zu machen: Wenn man in der Comic-Welt von Marvel zu DC wechselt, dann käme das in der deutschen Fußball-Welt etwa einem Wechsel vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund gleich. Das ist nicht einfach nur ein Transfer von einem Club zum anderen. Das ist Hochverrat.

Joss Whedon, Schöpfer von Serien-Meisterwerken wie Buffy und Firefly, spielte in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle beim Aufbau des großen Superhelden-Kino-Universums von Marvel. Er schrieb und inszenierte die ersten beiden "Avengers"-Teile mit der Superhelden-Supergroup um Captain America, Thor, Iron Man und den unglaublichen Hulk und legte damit den Grundstein für das sich immer schneller ausbreitende "Cinematic Universe" von Marvel.

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Nun aber soll Whedon zum großen Konkurrenten DC Comics wechseln, wo man ebenfalls fleißig daran arbeitet, ein gewaltiges Kino-Imperium aufzubauen - mit überschaubarem Erfolg. "Batman v. Superman" und "Suicide Squad", die jüngsten Ableger des sogenannten "Extended Universe", fielen bei der Kritik und an den Kinokassen durch. Laut Variety soll Whedon bei dem noch unbenannten "Batgirl"-Projekt Drehbuch schreiben, Regie führen und auch produzieren.

Die Superheldin Batgirl tauchte erstmal 1967 in einem Comic auf, als Tochter von Commissioner James Gordon, Polizist in Gotham City und Verbündeter von Batman. Ihr Kino-Debüt hatte die Figur - gespielt von Alicia Silverstone - 1997 in "Batman & Robin" an der Seite von George Clooney. Weil dieser Film aber vor allem wegen den sehr präsenten Plastik-Nippeln auf Clooneys Batsuit im filmhistorischen Gedächtnis geblieben ist, wird es wohl Zeit für den ersten, eigenständigen "Batgirl"-Film.

Bei DC Comics will man sich nun anscheinend mit weiblichen Superhelden in der Hauptrolle profilieren. Im Juni startet "Wonder Woman", mit Gal Gadot als Amazonenkriegerin. Auch Harley Quinn aus dem ansonsten ziemlich verunglückten "Suicde Squad" soll ihren eigenen Film bekommen. Und nun also Batgirl. Dass Whedon starke, interessante Frauenfiguren schreiben kann, hat er schon vor Jahren mit Buffy bewiesen. Vielleicht kann er den bislang noch sehr trägen DC-Filmen tatsächlich etwas mehr Witz und Geist verpassen.

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