Stockholm Literatur-Nobelpreis für Herta Müller

Der Nobelpreis für Literatur geht an die deutsche Schriftstellerin Herta Müller. Der letzte deutsche Schriftsteller, der die Auszeichnung erhielt, war Günter Grass - vor zehn Jahren.

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die deutsche Schriftsellerin Herta Müller. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit. Das Auswahlkomitee begründete die Entscheidung unter anderem mit der Reinheit der Dichtung, die ihren Werken innewohne.

Obwohl Herta Müller bereits mehrere angesehene Literatur-Preise gewann, war die 56-Jährige dem breiten Publikum bisher eher unbekannt.

(Foto: Foto: dpa)

Müller zeichne "mittels der Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit", erklärte die Akademie. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert.

Herta Müller wurde am 17. August 1953 im rumänischen Nitzkydorf geboren und verarbeitet in ihren Werke ihre Erlebnisse von Fremdheit und politischer Verfolgung. Wegen ihrer Kritik an der Diktatur wurde sie in Rumänien mit einem Publikationsverbot belegt. Sie verließ 1987 mit ihrem Mann das Land.

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Müller schrieb mehrere Erzählungen, zu ihren bekanntesten Werken gehören "Der Fuchs war damals schon der Jäger" und "Herztier". Obwohl sie bereits mehrere angesehene Literatur-Preise gewann, war die 56-Jährige dem breiten Publikum bisher eher unbekannt.

Müller ist die zwölfte Frau mit dem Literatur-Nobelpreis. Mit ihr wurde zum 13. Mal ein Vertreter der deutschsprachigen Literatur gewürdigt.

Günter Grass erhielt den Preis vor genau zehn Jahren, die Österreicherin Elfriede Jelinek im Jahr 2004. Im vergangenen Jahr hatte überraschend der französische Autor Jean-Marie Gustave Le Clézio gewonnen.

Der Nobelpreis wird am 10. Dezember in Stockholm vergeben.

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