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Stan Lee:"Heute haben wir einen echten Superhelden verloren"

Stan Lee gestorben Marvel

Stan Lee bei der Weltpremiere von Doctor Strange - ebenfalls eine seiner Figuren - im Jahr 2016.

(Foto: AFP)
  • Stan Lee, der vor allem bei Comic-Fans bekannt ist, ist im Alter von 95 Jahren gestorben.
  • Das bestätigte der Anwalt seiner Tochter am Montag.
  • Aus Lees Feder stammen vor allem Marvel-Superhelden wie Iron-Man, Captain America oder Hulk.

Ein trauriger Tag für Superhelden-Fans auf der ganzen Welt: Stan Lee ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Anwalt seiner Tochter bestätigte den Tod am Montagabend. Zuvor hatten mehrere US-Medien darüber berichtet. Der Sohn rumänischer Einwanderer wurde 1922 in New als Stanley Martin Lieber geboren. Bereits als Teenager wurde er Zeichner. 1939 begann er seine Karriere als Assistent beim Verlag Timely Comics, der später zu Marvel wurde.

Der Comicautor erfand gemeinsam mit anderen Zeichnern für den Verlag Marvel Comics ab 1961 Figuren wie die Fantastic Four, Hulk, Iron Man, Thor, die X-Men sowie Doctor Strange und Spider-Man. Das Unternehmen verkaufte die Geschichten dazu in Comicheften und erlangte dadurch weltweite Bekanntheit.

Lees Helden zeichneten sich dadurch aus, dass sie Fehler hatten und "menschlich" waren. Sie kannten Zorn und Melancholie, waren eitel oder auch gierig. Zum Teil kämpften die Figuren des Marvel-Universums auch miteinander. Anstatt der unfehlbaren Superhelden, die es zuvor gab, lebten sie mit ihren Makeln und die Leser konnten sich mit ihnen identifizieren.

In vielen dazugehörigen aktuellen Verfilmungen hatte er zudem zahlreiche Cameo-Auftritte. Beginnend mit den ab 2008 mit "Iron Man" startenden Filmuniversum war der damals bei den Fans schon sehr beliebte Autor immer wieder in sehr kleinen Rollen zu sehen.

Mit einigen seiner Kollegen hatte Lee allerdings Streit über die Urheberschaft der Geschichten. Da er unter dem Druck von Redaktionsschlüssen schnell Geschichten liefern musste, schickte er den Zeichnern nur grobe Zusammenfassungen und lies sie diese ausbauen. Ein Streit mit dem Zeichner Jack Kirby über die Fantastic Four ging so weit, dass dieser im Zorn Marvel verließ und zum Konkurrenten DC Comics wechselte. Lee wies Behauptungen darüber, dass er den Ruhm seiner Helden selbst ernten wollte, immer zurück.

Hollywood gedenkt Stan Lee: "Er brachte Jung und Alt über Jahrzehnte zusammen"

Marvel Comics und Walt Disney würdigten den Autor selbst als "Superhelden". "Stan Lee war so außergewöhnlich wie die Figuren, die er schuf", wurde Disney-Konzernchef Bob Iger in einer Mitteilung von Marvel zitiert. Lee selbst sei ein Superheld für Fans in aller Welt gewesen, der mit seiner Vorstellungskraft inspiriert und unterhalten habe. Es sei heute fast unmöglich, einen Ort im Marvel-Universum zu finden, der nicht von Lee geprägt wurde.

Kurz nach dem Bekanntwerden des Todes meldeten sich die Schauspieler zu Wort, die in den letzten Jahren Lees Helden im Kino einem Millionenpublikum nahebrachten. Chris Evans, der in mehreren Filmen die Figur des "Captain America" verkörperte würdigte ihn via Twitter als jemanden, der "über Jahrzehnte Jung und Alt mit Abenteuern, Selbstvertrauen, Inspiration, Stärke, Freundschaft und Freude" begeisterte. Schauspieler Tom Hardy, der den Antihelden Venom verkörperte, zollte Lee auf seiner Instagram-Seite Respekt:

"Heute haben wir einen wahrhaften Superhelden verloren", zollte die Oscar-Akademie ebenfalls auf Twitter Tribut. "Stan Lee, danke dir für alles." Und auch der große Konkurrent von Marvel, DC Comics, verneigte sich vor Lee: Er habe "die Art verändert, wie wir Helden heute sehen und moderne Comics werden immer auch von ihm geprägt sein".

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