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"South Park" wird bedroht:Prophet im Bärenpelz

Weil die US-Zeichentrickserie South Park den Propheten Mohammed im Bärenkostüm zeigt, drohen Islamisten den Verantwortlichen indirekt mit Mord.

Dass South Park nicht gerade zimperlich mit Minderheiten umgeht, dafür ist die Comic-Sendung berühmt. Aber nach einem Gastauftritt des Propheten Mohammed im Bärenkostüm haben die beiden Erfinder der US-Zeichentrickserie South Park, Trey Parker und Matt Stone, wirklichen Ärger - und zwar mit einer radikalen US-Muslimgruppe.

South Park

Diese vier Jungs brachten schon so manche Religionsgemeinschaft auf die Barrikaden: Stan, Kyle, Eric und Kenny.

(Foto: Foto: ap)

In der kritisierten Folge treten die Stifter aller großen Religionen auf. Nur Mohammed, dessen Abbildung in dänischen Zeitungen vor vier Jahren zu Krawallen geführt hatte, fehlt. Stattdessen diskutieren alle, wie Mohammed denn abgebildet werden dürfe und kommen zu folgendem Ergebnis: als großer Teddybär.

Laut CNN-Bericht von Mittwoch rief die Gruppe Revolution Muslim auf ihrer Internetseite zum Protest gegen die South Park-Macher auf - begleitet von einem Foto des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh, der im Jahr 2004 wegen eines islamkritischen Films von einem radikalen Muslim ermordet worden war. Die Produzenten von South Park wollten den Vorfall nicht kommentieren.

In dem Bericht heißt es: "Wir müssen Matt und Trey warnen, dass das, was sie machen, dumm ist und sie wahrscheinlich so enden werden wie Theo van Gogh". Dies sei "keine Drohung, sondern eine Warnung". Die Produzenten der Serie "sollten sich von dem, was sie getan haben, bedroht fühlen".

Ein Sprecher der Islamisten-Gruppe wies den Vorwurf zurück, dass der Aufruf zur Gewalt anstachele: Seine Gruppe wolle lediglich, dass Muslime, deren Gefühle verletzt wurden, in Briefen an die Schöpfer der Serie protestierten.

Die gesellschaftskritische Zeichentrickserie hatte sich in ihrer 13-jährigen Geschichte immer wieder über Religionen lustig gemacht. Es ist nicht das erste Mal, dass South Park eine Religionsgemeinschaft auf die Barrikaden treibt.

Vor vier Jahren gab es in Neuseeland wütende Proteste von Christen und Muslimen gegen eine Folge, die ihrer Meinung nach die Jungfrau Maria beleidigte. In der Episode "Bloody Mary" ging es um eine blutende Marienstatue. Das vermeintliche Wunder wird in der Folge von Papst Benedikt XVI. als Menstruation gewertet. Trotz heftiger Proteste wurde die Folge in Neuseeland ausgestrahlt.

Es ist zudem nicht das erste Mal, dass South Park sich des islamischen Propheten annimmt: 2006 verbot der Sender Comedy Central, ein Bild Mohammeds in der Serie zu zeigen - dabei wollten die Produzenten lediglich ihren Beitrag zur damaligen Debatte um Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen abgeben. Muslime betrachten jede bildliche Darstellung ihres Propheten als Blasphemie.