Russland:"Für illusorische Ziele sterben"

Russland: Die Verfolgungswut des Kreml hat das russische Show-Business erreicht: Der TV-Moderator Maxim Galkin und seine Ehefrau Alla Pugatschowa.

Die Verfolgungswut des Kreml hat das russische Show-Business erreicht: Der TV-Moderator Maxim Galkin und seine Ehefrau Alla Pugatschowa.

(Foto: Sergei Karpukhin/imago images/ITAR-TASS)

Die russische Pop-Legende Alla Pugatschowa will sich aus Protest zur ausländischen Agentin erklären lassen - und kritisiert den Krieg.

Von Sonja Zekri

Die russische Pop-Diva Alla Pugatschowa möchte sich zur ausländischen Agentin erklären lassen - aus Solidarität mit ihrem Mann, dem TV-Moderator und Komiker Maxim Galkin. Das russische Justizministerium hatte Galkins Namen am Freitag auf eine Liste als "Inoagent" gesetzt, nun bat Pugatschowa auf Instagram, sie ebenfalls aufzunehmen. Sie solidarisiere sich mit ihrem Mann, "einem wahrhaften und nicht-käuflichen Patrioten Russlands", so die Sängerin, denn Galkin wünsche Russland Frieden, Wohlstand und Meinungsfreiheit und setze sich dafür ein, dass "unsere Jungs nicht länger für illusorische Ziele sterben, die unser Land isolieren und den Menschen das Leben schwer machen". Pugatschowa, geboren 1949, war in der Sowjetunion eine der bekanntesten Schlagersängerinnen, sie trat mit Udo Lindenberg auf, wurde von Michail Gorbatschow und Wladimir Putin geehrt. Sie hat auf Instagram über drei Millionen Follower. Nachdem sie sich lange nicht zum russischen Krieg gegen die Ukraine geäußert hatte, wurde ihre Kritik in den sozialen Medien nun von Kriegs-Gegnern mit Anerkennung zur Kenntnis genommen - und als Zeichen des nahen Endes der Putin-Herrschaft. Pugatschowa und Galkin leben seit Kriegsbeginn in Israel.

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