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Punk:Der Unberührbare

Oskar Roehler schreibt seine autobiografische Selbstbespiegelung furios fort. Sein neues Buch "Mein Leben als Affenarsch" erzählt von seinen wilden Jahren in Berlin.

Von Christopher Schmidt

Er habe viele gesehen, "die nicht lebten, als wollten sie leben, sondern als wollten sie sterben." Das schrieb Bodo Morshäuser vor kurzem über seine zombiehafte Generation. Und weiter: "Sie waren keine Minderheit. Sie waren die Mitte. Sie waren das Wir." Gemeint ist die Bohème der Berliner Subkultur, Anfang der Achtziger, der Zeit von Christiane F. und No-Future, der Pershing-Stationierung und der Anti-Atomkraft-Demos. Und der Beginn von Aids. Berlin war das Labor der "subventionierten Unruhe", und die Diskothek Dschungel in der Nürnberger Straße das Hauptquartier rauschhafter Selbstverschwendung. Das alles kann man nachlesen in Bodo Morshäusers Erzählung "Die Berliner Simulation" aus dem Jahr 1981, einer literarischen Mitschrift des exzessiven Lebens- und vor allem Nachtlebensgefühls, der dark vibes jener Jahre in Berlin. Den Punk und Todestrieb, den ganzen Nihilismus von damals sieht Morshäuser als Spätfolge des Zweiten Weltkriegs. Dessen Gewalt habe sich auf die Kinder und Enkel vererbt, wurde nach außen als Terrorismus gewendet, nach innen aber als Drogensucht.

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