bedeckt München 13°
vgwortpixel

Programmvorschau:Steigende Spannung

Beflügelt vom Erfolg, blickt man in der Villa Stuck ins neue Jahr

Erfolg kann ganz schön anstrengend sein. Das haben die Mitarbeiter des Museums Villa Stuck in den zurückliegenden Monaten erleben dürfen. Insgesamt zählte das Museum im vergangenen Jahr etwa 70 000 Besucher. Doch allein mehr als 40 000 wollten in den vergangenen drei Monaten die Ausstellung "Ist das Mode oder kann das weg!?" zu 40 Jahren Vogue Deutschland sehen. Besonders bei Jugendlichen kamen die Ausstellung und das umfangreiche Begleitprogramm so gut an, dass die Villa Stuck "mitunter an die Kapazitätsgrenzen stieß und darüber hinaus", wie der Direktor der Villa Stuck, Michael Buhrs, kürzlich bei einer Veranstaltung des Villa-Stuck-Fördervereins anmerkte. "Unzählige Schulklassen haben in der Ausstellung über Nachhaltigkeit diskutiert und vier restlos ausgebuchte Führungen in Gebärdensprache zeigen das breit gefächerte Interesse an den Themen, die präsentiert wurden", so Buhrs. Wegen des großen Erfolgs ist die Vogue-Ausstellung bereits um zwei Wochen verlängert worden. Zum Finale am kommenden Sonntag, 26. Januar, gibt es eine große Abschlussparty mit freiem Eintritt für die Jubiläumsschau von 18 bis 24 Uhr, Bars und verschiedenen DJs aus der Münchner Clubszene wie Julie Fleischer und Moritz Butschek, die im Neuen Atelier auflegen werden.

In diesem Jahr will Buhrs der Tatsache, dass Kunst noch immer männlich geprägt ist, bewusst etwas entgegensetzen und hat verstärkt Künstlerinnen eingeladen, in der Villa Stuck auszustellen. Im März zeigt die neuseeländische Schmuckkünstlerin Lisa Walker in der Ausstellung "She wants to go to her bedroom but she can't be bothered" Stücke aus 30 Jahren. Heike Geißler und Anna Lena von Helldorf entwerfen ebenfalls im März unter dem Titel "Die demokratische Schnecke" ein "großes Märchen" im Alten Atelier von Franz von Stuck. Im Mai stimmt Margret Eicher ein "Lob der Malkunst" an, und Beate Passow präsentiert zeitgleich bei "Monkey Business" politische Bildteppiche. Von Oktober an zeigt Maya Schweizer schließlich ihre filmischen Arbeiten.

Am Ende des Jahres wird es bei "A Better Book" um die "Möglichkeiten und Notwendigkeiten künftiger Buchgestaltung" gehen. Zuvor aber ist im Juli der Konzeptkünstler Thierry Geoffroy zu Gast, der mit seinem "Emergency Room"-Konzept international auf vielen Biennalen unterwegs war und nun sein "Awareness Muscle Fitness Center" in der Villa Stuck zeigt. Dabei wird er sich die von Kulturreferent Anton Biebl bei Amtsantritt definierten sieben Handlungsfelder vornehmen und lädt alle Besucher ein, sich an dem Projekt zu beteiligen. Buhrs verspricht "eine sehr interaktive, sportliche und diskursive Auseinandersetzung". Und noch etwas verspricht der Direktor des Museums Villa Stuck: "2019 war ein gutes und spannendes Jahr. 2020 wird noch besser."

© SZ vom 24.01.2020
Zur SZ-Startseite