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Pinakothek der Moderne:Aus dem Kraftfeld

Max Beckmann 1938 in seinem Amsterdamer Atelier, fotografiert von Helga Fietz.

(Foto: © Max Beckmann Archiv)

20 Jahre Max Beckmann Gesellschaft

Seine Gemälde sind Millionen wert und selbst für kleine Zeichnungen von Max Beckmann muss man mitunter schon einige Tausend Euro hinblättern. Doch dass sogar ein Brief oder wie jüngst eine Postkarte, geschrieben von Max Beckmann, für 6000 Euro auf dem Kunstmarkt gehandelt wird, erstaunt denn doch. Um so wertvoller erscheint, was die Max Beckmann Gesellschaft in den vergangenen 20 Jahren zusammengetragen hat: Tausende von Briefen, Postkarten und anderen Autografen Beckmanns an Freunde und Bekannte, Künstler, Sammler und Verleger. Dazu Fotos, Bücher und eine Vielzahl an Korrespondenzen aus Beckmanns Umfeld. Oft ganze Konvolute aus Nachlässen. Verständlich, dass aktuell nur eine kleine Auswahl - und wegen der Lichtverhältnisse auch nur Reproduktionen - im Beckmann-Saal der Pinakothek der Moderne inmitten der Gemälde präsentiert werden kann.

Gegründet wurde die Max Beckmann Gesellschaft 1996 - damals als Freundeskreis des Max Beckmann Archivs an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen -, um die Arbeit des 1977 ins Leben gerufenen Archivs zu unterstützen. Die Umbenennung des privaten Vereins in Max Beckmann Gesellschaft erfolgte 2005. Derzeit zählt man etwa 200 Mitglieder, viele davon Gründungsmitglieder, wie auch der Vorsitzende Christian Lenz.

Dass die Werke Max Beckmanns in München über eine besondere Heimstatt verfügen, zeigt sich eben auch daran, dass man im Beckmann-Saal gar nicht alles ausstellen kann, was man besitzt, sondern die Qual der Wahl hatte. Neu in der Runde ist das Selbstbildnis in Bronze von 1936, eine Dauerleihgabe aus einer Privatsammlung. Kurator Oliver Kase, an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zuständig für die Klassische Moderne, schwärmte von Beckmann als einem "Kraftfeld" der Pinakothek der Moderne, würdigte die aktuelle Sonderschau als eine "Blütenlese" aus Erwerbungen, Publikationen und Gemälden.

Wer sich mit Beckmann auskennt, kann in die Feinheiten der Korrespondenzen (wie die auf Hotelpapier) und in das Seelenleben so mancher Beteiligter eintauchen. Aber auch wer sich nicht zur Kennerschaft rechnet, wird in den mal großzügig und schwungvoll, mal eng gedrängt beschriebenen Briefpapieren und Postkarten Interessantes entdecken.

20 Jahre Max Beckmann Gesellschaft, bis 17. April, Pinakothek der Moderne, Saal 9, Max Beckmann Saal, Barer Str. 40, Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr

© SZ vom 02.03.2016
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