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Nebeneinkünfte von TV-Moderatoren:Angesagte Ansager

Revanchegelüste beim NDR-Rundfunkrat? Moderatoren könnten nun dazu verpflichtet werden, Teile ihrer Nebeneinkünfte zu spenden.

Die Offenlegung von Nebeneinkünften dürfte nicht die einzige Forderung bleiben, die auf Moderatoren und Journalisten der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zukommen könnte. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung diskutierte der Rundfunkrat des NDR bei seiner nicht öffentlichen Sitzung am vergangenen Freitag auch eine Idee, wonach öffentlich-rechtliche Spitzenkräfte einen Teil ihrer Nebeneinkünfte abgeben sollen. Denkbar sei, hieß es, etwa eine Stiftung zur Förderung journalistischen Nachwuchses oder ähnliches.

Hat Tom Buhrow seine hochdotierten Engagements allein seinem Ruf als "Mister Tagesthemen" zu verdanken?

(Foto: Foto: AP)

Das NDR-Medienmagazin Zapp hatte am vergangenen Mittwoch über hochdotierte, fragwürdige Nebentätigkeiten prominenter Moderatoren wie Tom Buhrow (NDR), Anja Kohl (HR) oder Claus Kleber (ZDF) berichtet und damit eine Diskussion über Ethik und Moral im Fernsehjournalismus angestoßen. Im Rundfunkrat des NDR führte das wohl zu einer ungewöhnlich lebhaften Debatte. Dabei dürften in dem vielschichtig besetzten Gremium durchaus auch Revanchegelüste aufgekommen sein.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, hieß es, habe sich ja in der Vergangenheit durchaus pointiert zur Offenlegung der Nebeneinkünfte von Politikern oder von Manager-Gehältern geäußert - "da ist es wohl nur recht und billig, dass dieser hohe ethisch-moralische Ansatz auch für die Öffentlich-Rechtlichen selbst gilt", sagte ein Ratsmitglied der SZ.

NDR-Intendant Lutz Marmor war bei der Sitzung dabei und hat, so hieß es, das heikle Thema selbst angesprochen. Die Senderspitze soll argumentiert haben, sie könne ihren besten journalistischen Kräften Nebenjobs nicht versagen, wenn sie sie nicht an die private Konkurrenz verlieren wolle, die mehr zahlt. Die Art der Nebenjobs müsse bereits offengelegt werden, die Höhe der Honorare aber sei privat.

Das hielten einige Rundfunkräte für naiv. Ihrer Meinung nach habe ein Mann wie Tom Buhrow seine hochdotierten Engagements allein seinem Ruf als "Mister Tagesthemen" und damit der ARD zu verdanken. Dafür müsse er seine Gagen zumindest offenlegen - oder einen Teil abgeben.