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MTV Movie Awards in Los Angeles:Popcorn für den besten Kuss

Es gibt wichtigere Filmpreise als die MTV Movie Awards. Aber kaum einer ist unterhaltsamer. Von skurrilen Kategorien, Drachenkostümen und einem herzhaften Griff in den Unterleib.

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Showtime, baby

Bai Ling arrives at the 2015 MTV Movie Awards in Los Angeles

Quelle: REUTERS

Nein, die MTV Movie Awards gehören nicht zu den bedeutendsten Filmpreisen der Welt. Das machen schon die skurrilen Kategorien deutlich, in denen die Trophäe - ein teilweise vergoldeter Popcorn-Becher - verliehen wird. (Dazu später mehr.) Insofern war Bai Ling dem Anlass durchaus entsprechend gekleidet: Es ging in Los Angeles vor allem um Spaß. Und die chinesische Schauspielerin, die mehr durch ihre Auftritte auf roten Teppichen als durch ihre Filme von sich reden macht, bewies mit ihrem Drachen-Outfit vielleicht nicht Stilgefühl, dafür aber ein Gespür fürs richtige Timing: Schließlich startete in der Nacht zum Montag die fünfte Staffel Game of Thrones.

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Gestatten, die Gastgeberin

Amy Schumer

Quelle: AP

Moderatorin der 24. Ausgabe des Filmpreises war Amy Schumer, die Dame im Catsuit mit Cape. Nie gehört? Hier kurz die Eckdaten: 33 Jahre, Comedian, Protagonistin der nach ihr benannten Sketch-Comedy-Sendung Inside Amy Schumer. Kein Neil Patrick Harris - der Star aus How I Met Your Mother hatte die Oscars moderiert. Aber Schumer bemühte sich sichtbar, das Publikum bei Laune zu halten. Ohnehin ...

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Fire!

Actor Dwayne Johnson greets members of the audience as he walks on stage to present an award at the 2015 MTV Movie Awards in Los Angeles

Quelle: REUTERS

... war fürs Auge einiges geboten: Als Wrestler und Actionfilm-Darsteller Dwayne "The Rock" Johnson seinen Auftritt hatte, schossen Flammen aus dem Bühnenboden. Möglicherweise eine Anspielung auf sein jüngstes filmisches Werk, Fast & Furious 7, in dem Autos, Hubschrauber und Gebäude en masse explodieren? Johnson präsentierte die Kategorie "Film des Jahres" - hier setzte sich Das Schicksal ist ein mieser Verräter durch, die Verfilmung des erfolgreichen Jugendbuchs von John Green über zwei an Krebs erkrankte Teenager. (Lesen Sie hier eine Rezension von SZ-Kritikerin Susan Vahabzadeh.)

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So sehen Siegerinnen aus

Actress Shailene Woodley accepts the award for Best Kiss for 'The Fault in Our Stars' at the 2015 MTV Movie Awards in Los Angeles

Quelle: REUTERS

Der Film räumte gleich in zwei Hauptkategorien ab: Der Preis für die "Beste weibliche Darstellungsleistung" ging an Shailene Woodley, die für ihre Darstellung der 17-jährigen Krebspatientin Hazel ausgezeichnet wurde. Auch unsere Filmexpertin Susan Vahabzadeh war von der Leistung der 23-Jährigen angetan, sie schrieb: "Sie muss dabei das gesamte Spektrum aller Emotionen abliefern, genervt und amüsiert, gerührt und wütend, in Tränen aufgelöst - in Großaufnahme." Auf der Bühne war ihr Mienenspiel da vergleichsweise zurückhaltend.

Und Woodley durfte sich noch zwei weitere Male freuen: Gemeinsam mit Ansel Elgort, der in Das Schicksal ist ein mieser Verräter den beinamputierten Gus spielt, gewann sie in der Kategorie "Bester Kuss". Zudem wurde die Schauspielerin mit dem sogenannten "Trailblazer Award" ausgezeichnet, den MTV an besonders inspirierende Persönlichkeiten vergibt.

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So sehen Sieger aus

Bradley Cooper

Quelle: REUTERS

Ein Preis für Bradley! Gut, es war nur ein teilvergoldeter Becher und kein ganzkörpergüldener Oscar - aber nach der dritten Niederlage bei den Academy Awards tut so ein Trostpreis doch ganz gut. Ausgezeichnet wurde Cooper für seine Darstellung in dem Kriegsfilm American Sniper. Auf der Bühne bedankte sich der 40-Jährige bei seinen Fans: Ihnen sei es zu verdanken, dass die Leistung der Männer und Frauen beim amerikanischen Militär gewürdigt werde.

Bescheidenheit, Pathos, ordentlich Gel im Haar - fehlt eigentlich nur noch ...

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Gott weiß, ich will ein Engel sein

Actress Wilson presents the award for Best Male Performance to Cooper for 'American Sniper' as Wilson's 'Pitch Perfect 2' co-stars  watch at the 2015 MTV Movie Awards in Los Angeles

Quelle: REUTERS

... ein Engel. Und auch für den war gesorgt: Schauspielerin Rebel Wilson, im Strass-Bustier mit Flügel-Schuhen und Flügeln am Rücken, durfte Cooper den Popcornbecher überreichen.

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Best Scared-As-S**t Performance

Jennifer Lopez

Quelle: AP

Auch Jennifer Lopez, die auf dem roten Teppich brav für Selfies mit den Fans posierte, durfte sich freuen: Sie gewann in der Kategorie "Best Scared-As-S**t Performance", was übersetzt so viel heißt wie "Beste total verängstigte Performance". Wer La Lopez mit Furchtfratze sehen will: Der Film heißt "The Boy Next Door". Die Sängerin spielt darin eine Lehrerin, die sich auf eine Nacht mit dem Nachbarsjungen einlässt, der sich mit einem einmaligen Liebesspiel nicht zufrieden geben will.

Daneben gibt es bei den MTV Movie Awards weitere ungewöhnliche Kategorien. So wird der "Beste Held" ausgezeichnet (Dylan O'Brian, "Maze Runner"), der "Beste Bösewicht" (Meryl Streep, "Into the Woods") oder auch der "Best WTF Moment" (Seth Rogen & Rose Byrne, "Neighbors") - WTF steht für What The Fuck.

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Griff in die Eier

Dave Franco, Zac Efron

Quelle: AP

Diese beiden Herren gewannen in der vergleichsweise harmlos klingenden Katgeorie "Bestes Duo". Auf der Bühne zeigten Dave Franco (links) und Zac Efron dann aber eine Darbietung, die die Macher der Show ins Schwitzen gebracht haben dürfte: Wenn schon die Kategorie "Best Scared-As-S**t Performance" nicht ohne entschärfende Sternchen auskommt - was sagen die US-Sittenwächter dann wohl zu diesem beherzten Griff in die Eier?

Zac Efron siegte übrigens auch in einer weiteren Kategorie, die es so nur bei den MTV Music Awards gibt - und das zum zweiten Mal in Folge: "Best Shirtless Performance" ("Neighbors"). Weil ...

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Wiedersehen macht Freude

2014 MTV Movie Awards - Show

Quelle: AFP

... er in diesem Jahr auf einen Beweis seiner herausragend guten oberkörperlichen Verfassung verzichtete - hier noch einmal eine Impression aus dem vergangenen Jahr. Ob Sie der Oben-ohne-Auftritt von Neil Patrick Harris bei den Oscars mehr überzeugt hat, bleibt freilich Ihnen überlassen.

© SZ.de/dpa/jobr/fued
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