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Monty Python über ihr Comeback:"Die Beatles hatten so etwas nicht"

Members of British comedy troupe Monty Python pose for a photograph during a media event in central London

Künstlerische Wiedervereinigung: Eric Idle (von links), John Cleese, Terry Gilliam, Michael Palin und Terry Jones als Komikertruppe Monty Python.

(Foto: Reuters)

Vor ihrem Bühnen-Comeback, nach mehr als 30 Jahren, geben sich die Komiker von Monty Python gelassen. Immerhin haben sie sich ausgiebig vorbereitet - mit Wandern, Nickerchen und Alkoholentzug. Sicher ist da nur noch eines.

Von Alexander Menden, London

Ob zwei Wochen Probenzeit wirklich reichten für so eine Riesenshow, werden die fünf älteren Herren auf der Bühne des Londoner Palladium Theatre gefragt. "Ach wissen Sie, wir spielen ja keinen Shakespeare", sagt Eric Idle. "Aus dem Papageien-Sketch holt man auch dann nicht mehr Tiefe heraus, wenn man ihn öfter probt."

Es ist die letzte Pressekonferenz vor der mit der größten Spannung erwarteten künstlerischen Wiedervereinigung seit dem Led-Zeppelin-Konzert 2007: An diesem Dienstag werden Monty Python nach 34 Jahren Pause wieder gemeinsam live auf einer Bühne stehen. Die Ähnlichkeiten mit einer Altrocker-Reunion enden nicht damit, dass die Komikergruppe wie Led Zeppelin im Londoner O2 auftreten werden: Auch bei ihnen waren die Karten binnen Sekunden ausverkauft (obwohl sie zehn Shows spielen werden). Und auch die Komiker werden ihren Fans vor allem alte Hits präsentieren: In einem kleinen Film von der Generalprobe sieht man Ausschnitte aus dem Holzfäller-Song, dem Spam-Song und, ja, dem Papageien-Sketch.

Aufwendiger als die Ur-Version

Alles wird etwas aufwendiger sein als in der Ur-Version, so viel ist schon mal sicher. Darf man Terry Gilliam glauben, werden beim Sketch über die spanische Inquisition diesmal tatsächlich Menschen verbrannt - "wie in der guten alten Zeit!" Wenn die fünf verbliebenen Python-Mitglieder angesichts von 14 000 Zuschauern pro Abend Lampenfieber haben, wissen sie es gut zu verbergen: "Ich bin überhaupt nicht nervös", sagt John Cleese: "Wenn die Leute Karten für unsere Show kaufen, dann tun sie das ja wohl, weil sie uns mögen." "Oder es sind Attentäter", unterbricht Michael Palin, der noch ergänzt: "Sollte einer von uns während der Show sterben, bekommen eben die anderen mehr Geld."

Und wie haben sie sich vorbereitet? Eric Idle war wandern, John Cleese hat mehr Nickerchen gemacht. "Und ich habe seit einer Woche keinen Alkohol getrunken", sagt Terry Jones. Sicher ist jedenfalls, dass die letzte Show, die am 20. Juli live in mehr als 1000 Kinos in den USA und Europa gesendet wird, tatsächlich die letzte bleiben wird. "Das ist doch ein schöner Abschied", sagt Eric Idle. "Die Beatles hatten so etwas nicht."

© SZ vom 01.07.2014/nema/pak
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