Kunststreit Auf der Bühne der Zeiten

Hängt endlich: Minkewitz' "Aufrecht stehen - für Herbert Belter, Ernst Bloch, Werner Ihmels, Hans Mayer, Wolfgang Natonek, Siegfried Schmutzler"

(Foto: Marion Wenzel/VG Bildkunst, Bonn 2015)

Ab heute ist in Leipzig das Gemälde "Aufrecht stehen" von Reinhard Minkewitz zu sehen. Es antwortet auf Werner Tübkes propagandistisches Wandbild "Arbeiterklasse und Intelligenz".

Von Jens Bisky

Vorn rechts sitzt mit dem Rücken zum Betrachter der Stifter des Bildes, der Schriftsteller Erich Loest. Er hatte in Leipzig studiert und erste Bücher geschrieben, bevor er 1957 wegen angeblicher "konterrevolutionärer Gruppenbildung" verhaftet und zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Er lebte und schrieb auch nach seiner Entlassung in Leipzig, bis er nach Jahren der Drangsalierung die DDR verließ. In rasanten, gewitzten Romanen - "Völkerschlachtdenkmal", "Nikolaikirche", "Löwenstadt" - erzählte er deutsche Geschichte am Beispiel der Stadt an der Pleiße, ...