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Kultur-Jahresrückblick 2009:Posen und Possen

Unverhofft kommt oft: Plötzliche Tode, unerwartete Sternstunden und aufgeregte Diskussionen - das war das Kultur-Jahr 2009. Die Bilder.

Ruth Schneeberger

12 Bilder

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Quelle: SZ

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Sprechen wir doch mal übers Wetter: 2009 war, was den Sommer betraf, unglaublich verregnet, und bescherte uns dann ausgerechnet im November einen unverhofft warmen Sonnenmonat. Ähnlich unerwartet verlief auch das Kultur-Jahr 2009: Völlig ohne Vorwarnung gingen große Stars von uns - und neue wurden geboren. Die Bilder des Jahres.

Januar

Der Aufreger: Selten gab es um einen Filmstart so viel Diskussion. Tom Cruise als Scientologe dürfe keinen Hitler-Attentäter spielen, sagten die einen. Die Deutschen sollten doch froh sein, dass ein Hollywood-Star sich ihrer Geschichte annähme, schossen die anderen. Die Politik mischte sich ein, es gab Drehverbote, Pannen und viel böses Blut - und schließlich wurde "Walküre" doch nur ein Film.

Foto: dpa

Text: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de

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Februar

Der Abräumer: Der indische Film "Slumdog Millionaire" gewinnt den Oscar in acht Kategorien. Einen Monat später kommt er in die deutschen Kinos - und Kritik wird laut: Die mitwirkenden Kinder, die für den Film aus den Elendsvierteln des Landes geholt worden waren, wären für die Preisverleihung in Los Angeles mit goldenen Statuetten abgelichtet worden, müssten nun aber wieder in Armutshütten hausen. Daraufhin wurde ein Fonds eingerichtet, um den Kindern eine bessere Wohnsituation zu ermöglichen.

Rubina Ali bei der Oscar-Verleihung/Foto: Reuters

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März

Der Schock: Es sollte ein großartiges Comeback werden. Der finanziell, gesundheitlich und imagemäßig angeschlagene Michael Jackson verkündete noch Anfang März in London den Start einer geplanten Tournee und gab sich kämpferisch. Am 25. Juni wurde die Welt von der Nachricht seines plötzlichen Todes erschüttert, dessen Umstände bis heute als nicht vollständig aufgeklärt gelten.

Foto: Reuters

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April

Der Kampf: "Ich bin aggressiv, aber eigentlich bin ich tot. Heute Abend könnte ich wirklich mit einem Knüppel durch die Stadt laufen und alles kurz und klein schlagen. Ich bin so beleidigt, so dermaßen beleidigt und verletzt von diesem Ding." Harter Stoff, den Christoph Schlingensief seinem Publikum da wieder mal zumutet - nur diesmal ist es kein Theater, sondern echt. Der Erfolgs-Regisseur ist an Krebs erkrankt und verarbeitet sein Leiden in einem neuen Buch: "So schön wie hier kann's im Himmel gar nicht sein". Es folgt eine scharfe Debatte darüber, ob und inwieweit Kranke ihr Leiden in die Öffentlichkeit tragen sollten - "Lasst und mit eurem Krebs in Ruhe!", fordert ein Autor. Andere loben Schlingensiefs Mut, den Trost für Angehörige und den unbedingten Willen zur Öffentlichkeit.

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Mai

Die Überraschung: Fans tragen Masken der überraschenden Teilnehmerin von "Britain's Got Talent" - Susan Boyle hatte Ohren und Herzen von Jury und Zuschauern im Gesangs-Sturm erobert. Als sie später nur den zweiten Platz im Wettbewerb belegte, musste die 48-Jährige, die nicht eben den üblichen Vorstellungen des Pop-Business entspricht, wegen Aufregung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Foto: afp

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Juni

Der Komet: Lady Gaga. Die 23-Jährige US-Popsängerin kann Klavier spielen, besuchte eine Mädchenschule, studierte Musik und ließ sich kürzlich ein Gedicht von Rilke tätowieren - ansonsten schneidert Stefani Joanne Angelina Germanotta Toronto ihre spektakulären Bühnen-Outfits angeblich auch noch selbst und wurde (wegen allem, aber vor allem wohl wegen ihrer medialen Durchschlagskraft) vielfach zur Künstlerin des Jahres gekürt. Sie selbst hält währenddessen den Rummel um ihre Person mit Meldungen über wechselnde Geschlechtszugehörigkeit höchst erfolgreich am Leben.

Foto: Reuters

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Juli

Die Premiere: Die Schwestern Katharina Wagner (li.) und Eva Wagner- Pasquier leiten von nun an die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Die Urenkelinnen des Komponisten Richard Wagner beendeten damit einen jahrelangen Familienstreit um die Nachfolge ihres Vaters als Festspielleiter auf dem grünen Hügel - kurz vor Premierenbeginn.

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August

Der Kandidat: Könnten Bild-Leser wählen, sie hätten Horst Schlämmer vermutlich nicht nur zum beliebtesten Deutschen, sondern auch zum Kanzler gewählt. "Horst Schlämmer - Isch kandidiere!" hieß der Film, mit dem Hape Kerkeling kurz vor der Bundestagswahl ein enormes Medienecho auslöste - und das nicht nur, weil manche die Figur des Schlämmer für echt hielten.

Foto: Reuters

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September

Der Abschied: Blumen dekorieren den Stern von Patrick Swayze auf dem Walk of Fame in Los Angeles. Der beliebte Filmschauspieler ("Dirty Dancing") starb mit 57 Jahren an Krebs. Vor wenigen Tagen erschütterte die Nachricht vom plötzlichen Tod der 32-jährigen Schauspielerin Brittany Murphy Hollywood. In Deutschland trauerten Fans in diesem Jahr unter anderen um die Verstorbenen Barbara Rudnik, Monica Bleibtreu, Ruth Drexel, Ilona Christen, Pina Bausch, Erich Böhme, Traugott Buhre und Peter Zadek.

Foto: ap

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Oktober

Der Preis: Der Literatur-Nobelpreis geht nach Deutschland. Die deutsch-rumänische Schriststellerin Herta Müller wird für ihr Gesamtwerk über die rumänische Diktatur geehrt. In ihrer Nobelpreisrede wird sie später von der Einsamkeit sprechen, die sie zum Schreiben veranlasst habe. Müller ist die zehnte Deutsche, die mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wird.

Foto: ap

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November

Das Comeback: Whitney Houston ist wieder da. Die 46-Jährige zählt mit rund 170 Millionen verkauften Tonträgern und über 200 Gold-, Platin-, Silber-, und Diamantschallplatten sowie sechs Grammys zu den erfolgreichsten Sängerinnen. Ihre Mutter stand schon mit Elvis Presley auf der Bühne, und sie selbst schaffte es neben ihrer Sangeskarriere anfangs nebenbei als erfolgreiches Model bis auf den Vogue-Titel. Nach Jahren der Drogensucht steht sie nun wieder auf der Bühne: Bei den American Music Awards in Los Angeles singt sie den Titel "I Didn't Know My Own Strength".

Foto: Reuters

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Dezember

Der Prozess: Was wie eine beschauliche Skihütte wirkt, ist in Wirklichkeit ein Gefängnis - und zwar für den Erfolgsregisseur Roman Polanski. Nurmehr mit elektronischer Überwachung darf sich der 66-Jährige in seinem Ferienhaus im schweizerischen Promi-Ort Gstaad aufhalten. Ihm wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben - im September wurde er bei seiner Einreise in die Schweiz am Flughafen festgenommen und inhaftiert. Seine späte Festnahme hat weltweit Empörung ausgelöst, die Rede von einer "Justizposse" wurde laut. Das Verfahren gegen ihn wird aber trotz teils heftiger Proteste fortgesetzt - und Richter und Öffentlichkeit noch mindestens bis ins Jahr 2010 beschäftigen.

Foto: ap

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