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Küstenort Étretat:Der Fels und die Brandung

Étretat, la porte d'Aval: bateaux de pêche sortant du port, by Claude Monet

"Total durchfroren unter der Manneporte" klagte der Maler Claude Monet in seinen Briefen im Herbst 1885. Im selben Jahr entstand auch eines der berühmtesten Werke des Impressionisten mit der Felsarkade "Manneporte" aus Étretat, das Bild "Porte d'Aval: ausfahrende Boote".

(Foto: oh)

Das Felsentor von Étretat haben viele berühmter Künstler verewigt, Claude Monet war einer davon. Jetzt soll die gemalte Ikone in der Normandie wieder Naturraum werden.

Überlassen wir gleich dem Schriftsteller Guy de Maupassant das Wort, er kannte den Ort bestens. Die kleine Bucht von Étretat, schrieb er am 3. November 1877 an Gustave Flaubert, ducke sich hinter einer "riesigen Felsenarkade, unter der man bei Ebbe trockenen Fußes hindurchgehen kann". Der Weg hinauf sei hingegen so steil, dass man sich ängstlich an den Grasbüscheln festkralle. Damit allerdings liegt der Autor für heute schon falsch. Von ängstlichen Fußgängern ist nichts mehr zu sehen. In Sandalen und Turnschuhen wieseln Jung und Alt auf gesicherten Wegen hinauf und hinunter, links auf den Felsen, rechts zur Kapelle gegenüber, wo man den besten Blick auf den Felsen hat. Zur Berühmtheit des Felsentors von Étretat hat ein halbes Bataillon berühmter Künstler beigetragen. Claude Monet malte den Ort über 80 Mal. Camille Corot, Gustave Courbet, Gustave Caillebotte, Barthold Jongkind, Eugène Boudin ließen hinter dem Felsen die Wellen spritzen oder die Sonne untergehen. Von den Schriftstellern ganz zu schweigen.

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