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Jack Nicholson zum 75.:Mit Haifisch-Grinsen und Sonnenbrille

Egal ob als Psychopath in "Shining", als griesgrämiger Rentner in "About Schmidt" oder als liebestoller Verführer in "Die Hexen von Eastwick" - Jack Nicholson brilliert in jeder Rolle. Sein unverwechselbares Haifisch-Grinsen und das Tragen von Sonnenbrillen wurden zu seinen Markenzeichen. Nun feiert der dreifache Oscar-Preisträger seinen 75. Geburtstag.

Martina Pock

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Jack Nicholson wird 75

Quelle: dpa

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Egal ob als Psychopath in "Shining", als griesgrämiger Rentner in "About Schmidt" oder als liebestoller Verführer in "Die Hexen von Eastwick" - Jack Nicholson brilliert in jeder Rolle. Sein unverwechselbares Haifisch-Grinsen und das Tragen von Sonnenbrillen wurden zu seinem Markenzeichen. Nun feiert der dreifache Oscar-Preisträger seinen 75. Geburtstag.

John Joseph Nicholson wurde am 22. April 1937 in New York City geboren.  Seinen Vater, den italienischstämmigen Schauspieler Don Furcillo, hat er nie kennengelernt. Dass seine vermeintliche Schwester eigentlich seine Mutter und die Frau, die er "Mutter" nannte eigentlich seine Großmutter sind, erfuhr der Schauspieler erst 1974 und zufällig. Nicholson sah diesen Umstand jedoch gelassen: "Schwester, Mutter? Setzen sie einfach einen Bindestrich dazwischen".

Nicholsons schauspielerische Laufbahn begann ganz unten. Sein erstes Geld verdiente er sich als Botenjunge und Laufbursche bei der MGM-Trickfilmabteilung, um so seinen Schauspielunterricht zu finanzieren. Seine ersten Rollen in den frühen 60ern waren allesamt in B-Movies, wie etwa in Die Sünde lockt oder Kleiner Laden voller Schrecken.

Actors Dennis Hopper, Peter Fonda and Jack Nicholson are shown in this undated publicity photograph, in a scene from their 1969 film 'Easy Rider'.

Quelle: Reuters

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Der Durchbruch als Schauspieler kam 1969 mit dem Biker-Film Easy Rider mit Peter Fonda und Dennis Hopper. Nicholson verkörpert darin den alkoholsüchtigen Anwalt George Hanson, der mit den beiden durch das ländliche Amerika fährt, auf der Suche nach Freiheit, Drogen und Sex. Der als Kultfilm und Road Movie gefeierte Film steht für das Lebensgefühl der späten 60er Jahre.

Easy Rider wurde im selben Jahr im Wettbewerb des Filmfestivales von Cannes gezeigt. Der Film brachte Regisseur Dennis Hopper dort die Auszeichnung für das beste Erstlingswerk.

" Beruf: Reporter "

Quelle: OBS

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Fünf Jahre später legte sich Nicholson in Roman Polanskis Thriller Chinatown als Privatdetektiv mit den Reichen und Mächtigen an. Polanski erhielt für seinen Film noir einen Oscar für das beste Originaldrehbuch, Nicholson wurde als bester Hauptdarsteller nominiert.

Ein Jahr später mimte Nicholson in dem kulturpessimistischen Psychodrama Beruf: Reporter von Regisseur Michelangelo Antonioni einen Journalisten (im Bild mit der 22-jährigen Maria Schneider), der die Identität eines verstorbenen Waffenhändlers annimmt und mit dessen Terminkalender durch Europa und Afrika reist.

Jack Nicholson wird 75

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Nicholson spielte oft und gerne unangepasste und abgründige Charaktere, so auch 1975 in Miloš Formans Psychiatrie-Drama Einer flog übers Kuckucksnest. Die Rolle des Kleinkriminellen R.P. Murphy brachte dem Schauspieler schließlich seinen ersten Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller ein. Das Drama wurde zudem als bester Film, für die beste Regie, das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Louise Fletcher bekam für ihre Darstellung der tyrannischen Oberschwester Mildred Ratched den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle.

NICHOLSON

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Bis heute unvergessen: Jack Nicholson mit dämonischem Grinsen und vereister Fratze in Stanley Kubricks Horrorklassiker Shining aus dem Jahr 1980. Als alkoholkranker Schriftsteller Jack Torrance gleitet er in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bestseller-Autor Stephen King immer weiter in den Wahnsinn ab und wird letztendlich zum Monster.

Die Beteiligten an Shining gingen bei der Vergabe großer Filmpreise allerdings leer aus. Stanley Kubrick war sogar für den Negativpreis "Goldene Himbeere" in der Kategorie schlechteste Regie nominiert.

TM3 ZEIT DER ZÄRTLICHKEIT

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Doch Nicholson musste nicht allzu lange auf die nächste große Ehrung warten: Seine Darstellung des Streuners Frank Chambers an der Seite von Jessica Lange in "Wenn der Postmann zwei Mal klingelt" wurde 1981 zwar ebenfalls nicht als preiswürdig angesehen, doch drei Jahre später erhielt der vielseitige und vielbeschäftige Mime seinen zweiten Oscar. In der gleichnamigen Verfilmung des Romans Zeit der Zärtlichkeit von Larry McMurtry spielt er einen Ex-Astronauten und Säufer und erhielt dafür 1984 den Academy Award für die beste männliche Nebenrolle.

Im Bild: Jack Nicholson in Zeit der Zärtlichkeit mit Shirley MacLaine (l.) und Debra Winger.

DIE HEXEN VON EASTWICK

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In Die Hexen von Eastwick (1987) verführt Nicholson als mysteriöser Daryl van Horne gleich drei Frauen, die dem Charme des diabolischen Kunstsammlers nicht widerstehen können und sich am Ende mit Hilfe einer Voodoo-Puppe seiner entledigen müssen.

Jack Nicholson selbst gilt ebenfalls als großer Frauenheld, reich an Skandalen und Affären. Der Schauspieler hat fünf Kinder von vier Frauen, verheiratet war er nur einmal. "Die ganze Familienideologie ist ein sehr regressives Konzept. Die großen Werke der Weltliteratur handeln nicht von Familienglück, sondern von Familienhorror", sagte der Schauspieler in einem Interview.

Im Bild: Jack Nicholson mit den "Hexen von Eastwick" Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer (von links)

Jack Nickolson in "Besser geht's nicht"

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1997 wurde Nicholson zum dritten Mal mit einem Oscar geehrt. In Besser gehts nicht spielt er einen knurrigen und homophoben Großstadt-Sonderling, der wider alle Erwartungen sein Herz an einen Hund verliert - und an eine Frau.

Auch in den Jahren davor stellte Nicholson sein schauspielerisches Können immer wieder unter Beweis: 1989 schlüpfte er in Tim Burtons Batman in die Rolle des Jokers. In Eine Frage der Ehre (1992)  und Crossing Guard (1995) brillierte der Schauspieler auch in ernsteren Rollen.

ACTOR JACK NICHOLSON IN SCENE FROM NEW FILM ABOUT SCHMIDT

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Die Tragikkomödie About Schmidt brachte Nicholson erneut eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein. Inzwischen hat er es auf zwölf Nominierungen für den Academy Award gebracht, kein anderer männlicher Darsteller wurde bislang öfter für den angesehenen Preis vorgeschlagen.

1997 erhielt Jack Nicholson einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

'Das Beste kommt zum Schluss' - Freeman und Nicholson bei SAT.1

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In den letzten Jahren stand Jack Nicholson in mehreren Produktionen vor der Kamera. Der hochkarätig besetzte Thriller Departed - Unter Feinden von Regisseur Martin Scorsese erwies sich als wahrer Abräumer bei den Oscars 2007. Im selben Jahr spielte er in der der Komödie Das Beste kommt zum Schluss mit, 2010 war er in der Romantikkomödie Woher weißt du, dass es Liebe ist? in den Kinos zu sehen.

Im Bild: Jack Nicholson und Morgan Freeman in Das Beste kommt zum Schluss.

Houston Rockets at Los Angeles Lakers

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Nicholson tritt aber nicht nur als Schauspieler in Erscheinung, sondern auch als großer Fan der Baseball-Mannschaft New York Yankees. Bei Spielen des Basketball-Clubs Los Angeles Lakers ist der Schauspieler ebenfalls immer wieder in den vorderen Zuschauerrängen anzutreffen und besitzt seit 1970 eine Saison-Karte.

Im Bild: Jack Nicholson mit dem amerikanischen Comedian Garry Shandling bei einem Spiel der Lakers gegen die Houston Rockets am 6. April 2012 in L.A.

Actor Jack Nicholson smiles before receiving an honorary doctorate degree in Fine Arts during the 243rd  Brown University Commencement Exercises in Providence

Quelle: REUTERS

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Jack Nicholson scheint immer zu grinsen, im Mai vergangenen Jahres hatte er dazu auch allen Grund: Damals wurde dem Schauspieler von der renommierten Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island die Ehrendoktorwürde der Schönen Künste verliehen. Auch bei diesem würdevollen Anlass durfte die Sonnenbrille nicht fehlen. "Wenn ich meine Sonnenbrille trage, bin ich Jack Nicholson. Ohne Sonnenbrille bin ich einfach nur ein fetter 70-Jähriger", so Nicholson gegenüber einem Reporter.

© Süddeutsche.de

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