Helga Schuberts Erzählband "Judasfrauen":Unblutige Morde

Lesezeit: 4 min

Akademie für Deutsche Jugendführung in Braunschweig, 1940

"So sensibel, so zart, so kooperativ, so mütterlich, so kreativ, so authentisch sind wir nicht": Mitglieder des BDM-Werks "Glaube und Schönheit" 1940 in Braunschweig.

(Foto: Scherl/SZ Photo)

Sie verrieten Aktivisten, Juden, Widerständler: In kühlem, fast juristischem Stil erzählt Helga Schubert zehn Geschichten von NS-Denunziantinnen.

Von Gustav Seibt

Drei Wochen nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurde Carl Goerdeler, der von den Verschwörern als Reichskanzler vorgesehen war, verhaftet. Goerdeler, mit Steckbrief gesucht, war von einer Frau erkannt und denunziert worden, die ihn zuletzt 21 Jahre zuvor gesehen hatte. Die Geschichte dieser Frau, ihrer Denunziation mit nachfolgender Belohnung - eine Million Reichsmark samt einem Händedruck des Führers -, schließlich den Prozess und die Bestrafung nach dem Krieg erzählt Helga Schubert auf elf Druckseiten.

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