Google-Doodle-Wissen Niki de Saint Phalle und die roten Feigenblätter

Niki de Saint Phalle zeigte ihre rebellische Seite in der Schule - und später in ihrer Kunst. Doch nicht nur ihre Nana-Frauen wurden bestaunt. Auch Niki de Saint Phalle selbst überzeugte als Model.

Von Tobias Dorfer

Google ehrt Niki de Saint Phalle mit einem Google Doodle.

(Foto: Screenshot Google)

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 84. Geburtstag der 2002 gestorbenen Künstlerin Niki de Saint Phalle.

Das ist zu sehen:

Frauen. Drall, bunt, fröhlich - ein Sinnbild der Lebensfreude. Diese bunten, gigantischen Frauengestalten haben auch einen Namen: Nanas. Geschaffen wurden sie von der Künstlerin Niki de Saint Phalle, die an diesem Tag vor 84 Jahren geboren wurde. In Deutschland sind unter anderem drei Nanas am Leibnizufer in Hannover zu bewundern - aber das Werk von Niki de Saint Phalle (Saint Phalle ist übrigens kein Künstlername) beinhaltet noch viel mehr: Bekannt wurde die Künstlerin Anfang der sechziger Jahre mit ihren "Schießbildern", für die sie unter anderem auf eine mit Farbbeuteln behängte Leinwand schoss. In Stockholm schuf sie eine riesige Frauenfigur, in die Besucher durch die Vagina klettern konnten. Antrieb für ihre spektakuläre Kunst war neben einer großen Lebenslust auch Aggressivität und Verletzungen, die sie erlebte. Als Kind wurde Niki de Saint Phalle von ihrem Vater sexuell missbraucht. Die in Frankreich geborene Künstlerin starb am 21. Mai 2002 in San Diego.

Dinge, die Sie wissen müssen:

  • Eine Rebellin war Niki de Saint Phalle schon als Schülerin. In ihrer Schule malte sie, als Reaktion auf den Missbrauch durch ihren Vater, die Feigenblätter vor den Geschlechtsteilen der Männerskulpturen rot an. Die Reaktion: Niki de Saint Phalle wurde zum Psychiater geschickt. Wie sie in einem Interview erzählte, schwieg sie jedoch zu den Hintergründen ihrer Tat.
  • Kunst kann krank machen - zumindest bei Niki de Saint Phalle war dies möglicherweise so. Durch ihre Arbeit mit giftigen Dämpfen wurde die Lunge der Künstlerin in Mitleidenschaft gezogen. Ob ihre Lungenkrankheit ausschließlich die Folge des Einatmens von Leim- und Kunststoffdämpfen war, ist nicht ganz klar. Niki de Saint Phalle soll an einem Immunglobulin-A-Mangel gelitten haben, der das Krankheitsbild ebenfalls erklären könnte.
  • Niki de Saint Phalle war eine herausragende Künstlerin - aber auch als Fotomodell hätte sie Karriere machen können. Fotos zeigen sie als Covergirl der französischen Vogue sowie als Model für Elle, Harper's Bazaar und Life.

Interessant für:

Kunstbegeisterte Frauen (und Männer), Hannover-Touristen und alle, die bei "Biggest Loser" lieber umschalten.

Willkommen, Winter!

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Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Männer waren sehr erfinderisch. Sie haben alle diese Maschinen erfunden, das Industriezeitalter, aber keine Ahnung, wie man die Welt verbessert." (Niki de Saint Phalle)

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