Geschichtswissenschaftler Historiker Hans Mommsen ist tot

Hans Mommsen in seiner Wohnung am Starnberger See (Archivbild von 2005)

(Foto: dpa/dpaweb)

Er warf unbequeme Blicke auf die deutsche Vergangenheit. Jetzt ist der Historiker Hans Mommsen im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der Historiker Hans Mommsen ist gestorben. Am Donnerstag, seinem 85. Geburtstag, erlag er einer langen Krankheit.

Mommsen war damit bekannt geworden, unbequeme Blicke auf die deutsche Vergangenheit zu werfen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Wolfgang zählte er zu den wichtigsten Geschichtswissenschaftlern der Nachkriegszeit. Seine Ansichten waren nicht immer beliebt. 1971 schrieb er beispielsweise, dass Hitler ein "schwacher Diktator" gewesen sei. Die Schoah, so arbeitete Mommsen heraus, sei nicht einfach auf Befehl der NS-Spitze in Gang gesetzt worden. Die Vernichtung der Juden habe sich aus dem Wunsch niederer Chargen ergeben, sich lieb Kind zu machen.

Doch immer wieder nahm die internationale Geschichtswissenschaft seine Arbeit auf. Seine Erkenntnisse fasste er zuletzt noch einmal in seinem Buch "Das NS-Regime und die Auslöschung des Judentums in Europa" zusammen, das 2014 erschien.

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