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Geburtstagsinterview mit Herbert Feuerstein:"Wir hatten nie Sex"

Herbert Feuerstein wird am heutigen Freitag 70 Jahre alt. Kein Grund, uns kein Interview zu geben. Und noch einmal deutlich über die Beziehung zu Harald Schmidt zu reden. Obwohl er das eigentlich nicht möchte.

In der Kulturredaktion von sueddeutsche.de. Schwüle Mittagshitze. Die übliche Lethargie. Da klingelt das Telefon. Schock! Herbert Feuerstein ist dran. Er will eigentlich gar kein Interview geben. Dann überflutet uns ein Wortschwall, den wir verkürzt wiedergeben.

Zum 70. von Herbert Feuerstein

Erfindung des Feuersteins

Herbert Feuerstein: Lassen Sie uns bitte nicht über meinen Geburtstag sprechen.

sueddeutsche.de: Warum nicht?

Feuerstein: Ich habe nur auf Druck meiner Agentin angerufen und hätte es unfreundlich gefunden, mich nicht zu melden. Lassen Sie uns lieber über Sie reden - oder über Tiere.

sueddeutsche.de: Wie kam es dazu, dass Sie nach all den Jahren zum ersten Mal wieder mit Harald Schmidt zusammen an einem Tisch sitzen - in der Show, die am Freitagabend zu Ihrem Geburtstag ausgestrahlt wird?

Feuerstein: Indem ich hingegangen bin und ein Kamerateam dort war. So ist das beim Fernsehen.

sueddeutsche.de: Ich meine, wer kam auf die Idee?

Feuerstein: Der WDR. Schmidt hat ja demnächst auch Geburtstag. Ich glaube, er wird 90, das weiß man bei ihm nicht so genau. Da plant die ARD Großes, eine Art Werk-Rückschau. Kurz bevor er stirbt, hätten sie dann gleich einen Nachruf auf ihn. Über das große Schaffen eines großen Mannes - er ist ja 1,94 Meter groß. Für die Sendung zu meinem Geburtstag gab es die Anfrage, ob mich der Schmidt auf ein Schiff einladen dürfe. Ich dachte: Was kommt denn jetzt? Das Boot? Das große gemeinsame Sinken?

sueddeutsche.de: Man hat dafür ein Schiff gefunden, das fast so alt ist wie Sie.

Feuerstein: Ja, die Stadt Köln von 1938. Es heißt, man wollte Adolf Hitler dieses Schiff schenken, aber er wollte es nicht. Da war es immer noch gut genug für mich. Die haben uns wahnsinnig gut bekocht dort.

sueddeutsche.de: Dieter Müller, ...

Feuerstein: Sie kennen diese Leute?

sueddeutsche.de: Naja, der meistgefeierte Sternekoch ...

Feuerstein: Wir wussten das gar nicht, dass da solche Leute sein werden zur Aufzeichnung. Die haben uns ins Paradies gekocht. Der Schmidt hat viel zu schnell gegessen. Ständig wurden neue Weine dazu serviert. Da bekommt man ja grundsätzlich eine ganz andere Beziehung zur Umwelt, wenn man so viel trinkt. Deswegen verliert sich meine Erinnerung an den Abend ... Ich weiß ja nicht, wie die das schneiden. Ich schaue mir meine eigenen Sendungen nie vorher an, das kann ich erst sehr viel später. Ich weiß nur, dass Schmidt und ich zwei Stunden lang gestritten haben.

sueddeutsche.de: Die ganze Zeit?