Eva Hermans "Eva-Prinzip" Vorlautes Kind, dummes Kind

Ja, auch sie ist ein Produkt der Emanzipation: Eva Herman zeichnet mit das "Das Eva-Prinzip" das Idealbild einer Gemeinschaft, die es nur geschafft hat, historisch zu werden. Mehr nicht.

Von Thomas Steinfeld

Manchmal braucht man ein vorlautes Kind. Es tritt in eine Runde von Erwachsenen und spricht: "Sagt doch, warum seid ihr denn alle so traurig?" Dann gucken sich alle an und suchen nach einer Antwort. Sie ist nicht so schnell zu finden, weil gerade über ernste Dinge gesprochen worden ist, über Renten, Versicherungen, Reproduktionsraten und darüber, wie es in dieser Gesellschaft in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird. Dem Kind dauert das Antworten zu lange. "Ich weiß", kräht es dazwischen, "Ihr seid so traurig, weil euch keiner mehr lieb hat". Das Kind hat einen Namen. Es heißt Eva Herman, ist siebenundvierzig Jahre alt und war bis vor kurzem Sprecherin der "Tagesschau".

Was hilft es, darauf zu verweisen, dass es in der Natur keine Planstellen für Hausfrauen gibt?

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