bedeckt München 11°
vgwortpixel

Die CDs der Woche - Popkolumne:Yeah Yeah Yeahs

Eigentlich verwunderlich, wie schnell die ehemalige amerikanische New-Rock-Vorzeigeklasse mit den Strokes, White Stripes und den Yeah Yeah Yeahs ihre gewaltige Bugwelle verkleckerte. Die Strokes klingen jetzt nach New Wave, die Oberstreber White Stripes haben sich aufgelöst und übrig und nach wie vor knietief in der New Yorker Rumpelkiste verortet sind nur die Yeah Yeah Yeahs.

"Mosquito" von den Yeah Yeah Yeahs

Das Album "Mosquito" von den Yeah Yeah Yeahs ist ein gut verträgliches Stück Indie-Rock.

(Foto: PR)

Die schrammten bisher immer knapp an den Regressforderungen der Fans vorbei, weil ihre Platten nie ganz einlösen konnten, was Band-Attitüde und Selbstbewusstsein vorgaben. Man wollte sie mögen, wegen diesem ganzen Art-Punk-Chic und dieser Frontfrau, die alles war, was man sich hinter diesem Titel vorstellen konnte. Aber das Werk war immer ein bisschen zu verhunzt, die eine Platte für die Ewigkeit eben noch nicht dabei.

Was sich nun hinter dem kolossal scheußlichen Cover ihres vierten Albums "Mosquito" (Universal) auftut, ist deswegen eine schöne Offenbarung, so gut hat die Musik das Prinzip der Yeahs noch nie ausgefüllt. Karen O. ist von den ersten Takten an sehr präsent und führt als leicht durchgeknallte Zirkus-Domina durch ein insgesamt angenehm nervöses und bissiges Gitarrenfieber. Das Ruppige und ihre gebleckten Zähne etwa beim Titelsong sind diesmal aber nicht nur Ablenkung, sondern tatsächlich Qualität. Die Rhythmusabteilung ordnet die anachronistisch verzerrten Riffs doch wieder ins Jahr 2013, genau wie die wohl geratenen Kollaborationen mit Musik-Urbanisten wie James Murphy. Was hier so vielseitig schallt ist nicht der Sound von 2001 und nicht 80er-Post-Punk, auch wenn manche Sequenzen das vorgaukeln. Es ist ein gutverträgliches Stück Indie-Rock und sicherlich die eindrucksvollste Mannschaftsleistung dieser Band.

Wenn Sie diese Songs nicht hören können, melden Sie sich bitte bei Spotify an.