Berliner Ensemble Das Reich des Pan

Klischeefreudiges Boulevardtheater: Judith Engel (links) und Inka Friedrich in der Uraufführung "Der letzte Gast".

(Foto: JR Berliner Ensemble)

Árpád Schilling wird in seiner Heimat Ungarn als Staatsfeind geächtet, seine Arbeit systematisch boykottiert. Bei dem selbst entwickelten Stück "Der letzte Gast" am Berliner Ensemble fällt ihm allerdings nicht viel mehr ein als klischeeseliges Typenkabarett.

Von Peter Laudenbach

Das Werk eines amtlich anerkannten Staatsfeindes hat man sich irgendwie aufregender vorgestellt. Ein Künstler, dem das Parlament seines Landes in einem offiziellen Dokument bescheinigt, er sei ein "potenzieller Vorbereiter staatsfeindlicher Aktivitäten", sollte vielleicht mehr zu bieten haben als schwerfälliges Typenkabarett. Etwa staatsfeindliche Aktivitäten.

Nun ist die rechtsautoritäre Regierung Ungarns nicht gerade um Fairness und Zurückhaltung bemüht, wenn es darum geht, liberale Kulturschaffende zu beleidigen und ihnen das Leben schwer zu machen. Der ungarische Regisseur Árpád Schilling, dem die von staatlichen ...