"Das Verschwinden des Josef Mengele":Hamsun mit Fischbesteck

Da liegt es, das große Deutschland, zitternd in einem morschen Holzbett: Im Roman "Das Verschwinden des Josef Mengele" des Autors Olivier Guez geht der Auschwitz-Arzt elendig zugrunde.

Von Felix Stephan

Wie schreibt man im Jahr 2018 einen Roman über Josef Mengele? Wie soll das gehen, ohne einerseits heillos im Ernst des Themas zu versinken und andererseits ob seiner Abgestandenheit onkelig zu ironisieren? Zwischen dem Gestus des Geschichtslehrers, dem Gestus des übellaunigen Rabauken und dem Gestus des Erinnerungspredigers ist hier nicht besonders viel Platz. Wie soll das also gelingen: über Josef Mengele schreiben und trotzdem seine Würde als Künstler behalten? Die kurze Antwort wäre: Man macht es genau so wie Olivier Guez in seinem Roman "Das Verschwinden des Josef Mengele".

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