In seiner Heimat hat diese Mischung aus Obszönität und Engagement den Künstler zu einem kultisch verehrten Star gemacht. Der junge Reiser war in Paris zunächst in einem Geschäft für Zeichenbedarf, dann bei einem Weinhändler tätig. In dessen Firmenzeitschrift erschienen seine ersten Arbeiten.

Dann wurde er entdeckt und publizierte fortan in den großen französischen Satire- und Comic-Magazinen der Sechziger und Siebziger, von Hara-Kiri über Charlie Hebdo bis zu Pilote. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms, an der Wende zu den Achtzigern, wurde er Kolumnist für Le Monde und den Nouvel Observateur. Im Frühjahr 1983 erkrankte Reiser an Knochenkrebs. Er zeichnete weiter und starb innerhalb von sechs Monaten.

Bild: Arnaud Baumann 25. Februar 2011, 12:132011-02-25 12:13:34 © SZ vom 25.02.2011