Berlinale 2011 - das Programm Geschichten vom Pferd

Mit einem vitalen Seniorenstück startet die diesjährige Berlinale am 10. Februar - danach kann man sich auf jüngeres Kino und viele Debüts freuen. Das Berlinale-Programm ist nun komplett.

Von Fritz Göttler

Mit einem vitalen Seniorenstück wird die diesjährige Berlinale am 10. Februar starten, "True Grit" von Joel und Ethan Coen, mit dem graubärtigen Jeff Bridges als Marshal. Der Schatten von John Wayne liegt über diesem Remake, der diese Rolle einst verkörperte, 1969. In diesem Jahr ist Ulrich Köhler geboren, der den deutschen Wettbewerbsbeitrag "Schlafkrankheit" liefert, und die meisten seiner Mitbewerber sind plus minus zehn um dieses Jahr herum geboren.

60 Jahre Berlinale

Wir sind ein Berliner

Das heißt, die Berlinale, die im Vorjahr ihren Sechzigsten feierte, gibt sich was ihre Regisseure angeht, etwa halb so alt. Man muss also nicht unruhig bangen, ob Altmeister, denen man seit Jahren und Jahrzehnten mit Interesse und Freude folgt, immer noch auf der Höhe ihrer Kunst sind, kann sich voll der Entdeckungslust hingeben.

Es gibt viele Debüts, wie "Margin Call" von JC Chandor, "Almanya - Willkommen in Deutschland" von Yasemin Samdereli (außer Konkurrenz). Gezeigt werden auch "Mein bester Feind" von Wolfgang Murnberger, mit Moritz Bleibtreu (außer Konkurrenz), "Wer wenn nicht wir", Andres Veiels erster Spielfilm, Wim Wenders' "Pina". Und: "El premio/The Prize" von Paula Markovitch, "Jodaeiye Nader az Simin/Nader and Simin, a Separation", von Asghar Farhadi - sein "About Elly" läuft eben in unseren Kinos -, die 3D-Animation "Les contes de la nuit" von Michel Ocelot, "Les femmes du 6ème étage", von Philippe Le Guay, "The Forgiveness of Blood", von Joshua Marston, "Unknown", von Jaume Collet-Serra, ein Identitätsverlustthriller aus Berlin (außer Konkurrenz), "V Subbotu/An einem Samstag", ein Tschernobylthriller von Alexander Mindadze.

Einen Großmeister gibt es auch, den Ungarn Béla Tarr mit "A Torinói Ló/The Turin Horse" - es geht um Nietzsche, sein Mit-Leiden am geschundenen Fuhrgaul in Turin. Erzählt wird die Geschichte des Pferdes.