Ausstellung: Less and More – iPod

Seit Gründung der Firma 1921 setzte der Hersteller von elektronischen Haushaltsgeräten auf moderne Technik. Der Beginn des Designzeitalters für das Unternehmen fing jedoch erst drei Jahrzehnte später an, dann nämlich, als Erwin Braun 1955 Kontakt zur legendären Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm aufnahm, um der modernen Technik endlich auch ein entsprechendes Design folgen zu lassen. Dass damit auch das hehre Ziel der Schule, die Menschen durch bessere Gestaltung auch zu besseren Menschen zu erziehen, aus Ulm importiert wurde, störte Braun nicht. Auch Dieter Rams sollte diese schöne, wenn auch reichlich naive Hoffnung lange hegen. Der begann fast zeitgleich mit den Ulmern im Unternehmen zu arbeiten, erst als Innenarchitekt, sehr schnell dann aber als Chef der Designabteilung; seine Ideen passten einfach perfekt zu den Vorstellungen von Erwin Braun. Die Zielsetzung bei Dieter Rams dabei war klar: aufräumen. Der Gestalter, 1932 in Wiesbaden geboren, wollte das Schlichte, Einfache, auch weil Ordnung für ihn Sicherheit bedeutete. In der penibel aufgeräumten Schreinerwerkstatt seines Großvaters fühlte sich das Scheidungskind Rams sicher. Im Nachkriegsdeutschland wollte er nun ebenfalls Ordnung schaffen. Entrümpeln nannte er das. Gleichzeitig sollte das einfache Design bei Braun aber auch einen Hinweis auf die leichte Bedienung der Geräte geben - etwas, das Apple heute ebenfalls genial bei seinen Produkten gelingt, womit das Unternehmen auch die anspricht, die sich nicht allzu sehr für Technik interessieren. Denn: Wer muss schon Angst haben vor einem Computer, der mit ein paar Knöpfen auskommt, und dabei noch aussieht wie ein schicker Einrichtungsgegenstand?

Foto: dpa

Bild: bug.bildextern 25. Mai 2010, 18:252010-05-25 18:25:55 © sueddeutsche.de