bedeckt München 18°
vgwortpixel

Aufrufe für Achille Mbembe:"Kampagne"

Wissenschaftler aus dem In- und Ausland haben in einem Aufruf Achille Mbembe gegen Antisemitismus-Vorwürfe in Schutz genommen. In einem zweiten Schreiben fordern jüdische Gelehrte und Künstler Innenminister Seehofer in scharfen Worten auf, den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, abzuberufen. Mbembe, einer der wichtigsten afrikanischen Denker, hatte den Eröffnungsvortrag der inzwischen abgesagten Ruhrtriennale halten sollen. Dagegen hatte der FDP-Politiker Lorenz Deutsch protestiert, der Mbembe Antisemitismus und Nähe zum Boykott-Netzwerk vorwarf. Klein hatte die Vorwürfe weitgehend übernommen.

Die Unterzeichner des ersten Schreibens, darunter Jan und Aleida Assmann, Wolfgang Reinhard und Micha Brumlik, kritisieren die "Kampagne" gegen Mbembe und die "missbräuchliche Verwendung des Antisemitismusbegriffs". Die Autoren des Briefs an Seehofer, die großenteils an israelischen und US-Universitäten lehren, erklären, Kleins Versuch, "Mbembe als Antisemiten hinzustellen", sei "unbegründet, unangemessen, anstößig und schädlich". Klein habe "dem dringenden Kampf gegen echten Antisemitismus einen schlechten Dienst erwiesen" und "der akademischen Freiheit geschadet". Für seine Aufgabe sei Klein "unqualifiziert".

© SZ vom 02.05.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite