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SZ-Werkstatt:Von der Presse bis in den Briefkasten

Martin Lorenz

Martin Lorenz, gelernter Drucker und als solcher Anhänger von allem, was sich blättern statt scrollen lässt, arbeitet mit seinen Kollegen daran, dem anspruchsvollen Inhalt der Zeitung täglich eine ebensolche Form zu geben.

(Foto: privat)

Heute antwortet Martin Lorenz auf die Frage zweier Leserinnen. Er ist Druckingenieur und kümmert sich mit seinen Kollegen seit gut 20 Jahren um Produktion und Druckqualität der SZ.

Wie findet die SZ ihren Weg von den Druckereien in die Briefkästen der Abonnenten?

Heidrun Matthey, Jena und Ingrid Brehm, Emkendorf

Bis Anfang der Neunzigerjahre wurde die Süddeutsche Zeitung als überregionales Blatt ausschließlich in München gefertigt, alle Vertriebsmengen für das In- und Ausland transportierte man damals aus dem Süden via Flugzeug oder LKW durch die Lande und über die Grenzen, nicht zuletzt auch zu Lasten der Aktualität. Das änderte sich 1991, als die erste Teilmenge der SZ an den Druckort Essen-Kettwig (heutige Vertriebsgebiete NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland) vergeben wurde und die deutschlandweite Verteilung neu organisiert werden konnte. Später kamen nach und nach die Druckereien in Berlin Spandau (für die Auslieferung in die neuen Bundesländer und Berlin), Hamburg Ahrensburg (für Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg) und Frankfurt Mörfelden (für Frankfurt und Teile Hessens) hinzu, die den Druck von weiteren Teilauflagen übernahmen.

Die Zeitungsseiten gehen per Datenfernübertragung im Laufe des Abends mehrmals an die verschiedenen Druckorte - je nach zurückzulegender Distanz zum Leser können die einzelnen Ausgaben so deutlich später produziert und länger mit den aktuellsten Meldungen versehen werden. Die Verteilung beziehungsweise Zustellung der Einzelverkaufs- und Abonnementmengen außerhalb Süddeutschlands übernehmen Pressegrossisten und Vertriebsgesellschaften der jeweiligen Regionalzeitungsverlage vor Ort.

Die größte Auflage drucken wir nach wie vor in München. Von hier aus werden Baden-Württemberg, Bayern und das südliche Ausland, also Italien, Österreich und die Schweiz versorgt. Bis nach Mitternacht wird gedruckt, aktualisiert und konfektioniert, Speditionen laden die produzierten Mengen und bringen diese zu den Vertriebspartnern, Grossisten, Buchhandlungen, zum Münchner Flughafen und zu den zentralen Verteilstellen, wo die Zeitungsausträger am frühen Morgen die Exemplare für die Zustellung an die Haushalte übernehmen.

M. Lorenz

Weitere Fragen und Antworten im Rahmen der Serie finden Sie auf sz.de/75.

© SZ vom 18.07.2020

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