SZ-Werkstatt Kunst des Seitenwechsels

Henrike Roßbach, Korrespondentin im Parlamentsbüro der SZ in Berlin.

(Foto: privat)

"Vertrauen schaffen" - unter diesem Motto findet nächste Woche der SZ-Wirtschaftsgipfel in Berlin statt. SZ-Korrespondentin Henrike Roßbach wird dabei auf dem Podium unter anderem den Verkehrsminister interviewen.

Von Henrike Roßbach

Wir Zeitungsjournalisten sind ja die mit dem Block und dem Stift. Die Fragen stellen, aber später im Artikel, meistens jedenfalls, nicht mehr auftauchen. Kommende Woche aber ist das anders. Denn von Sonntagabend bis Mittwoch ist die Süddeutsche Zeitung nicht bloß Zeitung, sondern Gastgeberin. Beim "SZ Wirtschaftsgipfel" in Berlin, im Hotel Adlon. Mehr als 60 Referenten, Podiumsdiskussionen, Gespräche und Interviews stehen auf dem Programm. Das Thema ist: "Vertrauen schaffen". Die Kanzlerin kommt, einige Minister, viele Manager, Gründer, Unternehmer - und ein Pokerspieler. Womit wir wieder bei uns wären, denen mit Stift und Block. Wir nämlich stehen dann plötzlich mit auf der Bühne und tun das, was normalerweise nur die vom Fernsehen und Radio machen: moderieren.

Ich zum Beispiel bekomme die Gelegenheit, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach der Sache mit den Flugtaxis zu fragen. Und den Unternehmer Jochen Schweizer danach, ob die Zeit der Herr-im-Haus-Manager vorbei ist. Und die IT-Managerin Marika Lulay, ob Frauenquoten sinnvoll sind oder eher nicht.

Das mit dem Fragen, das ist kein Problem für mich, das mache ich ja sozusagen ständig und beruflich, und meine Freunde finden, eigentlich auch privat. Dass dabei aber ein ganzer Festsaal zusieht, ist dann doch nicht der Normalfall. In den letzten Tagen habe ich deshalb viel gelesen. Lebensläufe, Interviews, Meinungsbeiträge von und über diejenigen, die mit mir auf der Bühne sitzen werden. Das mache ich auch, wenn ich jemanden für die Zeitung interviewe. Zu einer Moderation aber gehört noch mehr. Die Kunst des charmanten Unterbrechens zum Beispiel. Genug Redezeit für alle. Und natürlich der Blick auf die Uhr. Denn richtig unbeliebt macht man sich als Moderatorin dann, wenn man überzieht - und die Kaffeepause ruiniert.