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Unmögliche Smalltalk-Themen:Redehemmungen sind keine Entschuldigung

Wenn das geschieht, hat der Smalltalk als Eisbrecher funktioniert. Zur Pflege einer Beziehung - sei es zu einem Kollegen oder zu einem Kunden - ist es wichtig, sich solche Themen und entdeckte Gemeinsamkeiten zu merken.

Trifft man die Person das nächste Mal, kann man daran anknüpfen. Ähnliches gilt auch für Gespräche mit dem Chef. Wer wichtige Themen mit ihm besprechen will, entspannt die Atmosphäre durch anfänglichen Smalltalk. "Man sollte nie mit der Tür ins Haus fallen", warnt Rhetoriktrainer Zittlau. Ein Gespräch über die neue Kantine oder das sommerliche Wetter bietet sich als Einstieg besser an, als direkt nach einer Gehaltserhöhung zu fragen.

Üben beim Zahnarzt

Schüchterne Personen können nach Ansicht der Experten Smalltalk erlernen. "Etliche Menschen haben Redehemmungen, aber diese können überwunden werden", sagt Rhetoriktrainer Zittlau. Dafür sollte man immer wieder bewusst das Gespräch mit Kollegen suchen. Im gewohnten Jobumfeld fällt einem der Smalltalk leichter als beispielsweise bei einem Kundenbesuch in einer fremden Firma.

Psychologin Wolf rät, Smalltalk auch außerhalb des Jobs einzuüben: "Es ist sinnvoll, sich ganz gezielt unter Menschen zu begeben und Gespräche anzufangen, zum Beispiel auf einer Parkbank, am Kiosk, an der Kasse oder beim Arzt." Dabei sollte man sich nicht unter Leistungsdruck setzen. Es muss kein ausführliches Gespräch entstehen. Das Ziel sollte es lediglich sein, Kontakt aufzunehmen und den Ball ins Rollen zu bringen. "Wenn der andere nicht anspringt, hat es einfach nicht sein sollen."

Persönliches Drehbuch

Einigen Menschen hilft es auch, sich eine Art Drehbuch und mögliche Themen zurecht zu legen. Zu sehr dürfe man sich starren Handlungsabläufen aber nicht unterwerfen, findet Knigge-Experte Klein. "Teilweise sind die Menschen durch zu viele Trainings überschult und agieren nicht mehr nach ihrem Gefühl." Er rät daher, hin und wieder einfach auf den Bauch zu hören.

© sueddeutsche.de/dpa/Vivien Leue/holz
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