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Überzeugen im Vorstellungsgespräch:So trainieren Sie Ihre Stimme

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Der Gebrauch der Stimme ist entscheidend für den Gesamteindruck.

(Foto: imago/Westend61)

Für den ersten Eindruck im Bewerbungsgespräch gibt es keine zweite Chance - leider. Die gute Nachricht: Sie können sich vorbereiten. Den Eindruck, den Ihre Stimme hinterlässt, können Sie üben.

Haben Sie sich selbst schon einmal auf einem Anrufbeantworter gehört? Oder in einer Videoaufnahme sprechen sehen? Für die meisten Menschen ist diese Art der Selbstkonfrontation vor allem eines: ein Grauen. Die eigene Stimme hört sich plötzlich fremd an. Das Nuscheln ist stärker, als man gedacht hatte. Hörbuchtauglich? Weit entfernt. Wenn das eigene Kind nicht beim Vorlesen die Geduld verliert, können Sie froh sein.

Doch was tun, wenn es auf den eigenen Auftritt ankommt? Wenn etwa ein Vorstellungsgespräch ansteht? Wenn Sie einen guten Eindruck hinterlassen möchten? Aus der Rhetorik-Forschung ist bekannt, dass Kommunikation zu 50 Prozent aus Körpersprache, zu 40 Prozent aus Stimme und Mimik und nur zu zehn Prozent daraus besteht, was eigentlich gesagt wird.

Was zählt, ist der Gesamteindruck aus den verschiedenen Signalen der Körpersprache. Wenn er in sich stimmig ist, wirkt der Mensch vertrauenswürdig. Es lohnt sich also, auf seine eigene Sprechweise und den Gebrauch der Stimme zu achten.

In den folgenden Videos zeigt Theresa Greim, Sprechtrainerin und Mitarbeiterin der Videoredaktion von Süddeutsche.de, Übungen für einen besseren Stimmgebrauch.

Problem eins: Nuscheln

Eine ungenaue Aussprache ist für denjenigen, der zuhört, anstrengend und über einen längeren Zeitraum nur schwer zu ertragen. Situationen, in denen der Sprechende Angst oder Hemmungen verspürt, führen dazu, dass er sich selbst dabei blockiert, eine überzeugende und verständliche Aussage zu treffen. In ihrem Buch "Sprechen wie der Profi" beschreibt die Phonetikerin Monika Hein diese Situation damit, dass "der innere Kritiker seinen Job macht und uns hindert."

Wer gegen undeutliches Sprechen und Verhaspeln ankommen will, sollte sich seiner Sprechwerkzeuge bewusst werden und lernen, sie richtig einzusetzen. Hein ist davon überzeugt, dass eine deutliche Aussprache zusätzlich eine bewusstere Wortwahl fördert - während unartikuliertes Reden dazu verleite, unreflektiert "herauszublubbern".

Problem zwei: zu leises Sprechen

Sind Sie überzeugt von dem, was Sie sagen? Dann verleihen Sie dem auch Ausdruck! Wer so leise spricht, dass sein Gesprächspartner mehrmals nachfragen muss, was gesagt wurde, wird als unsicher wahrgenommen. Das gesprochene Wort verliert an Bedeutung. Wer dagegen zu laut spricht, offenbart eine innere Anspannung.

Problem drei: zu hohe Stimmlage

Ein typisches Frauenproblem. Aus physiologischen Gründen haben Frauen und Kinder eine höhere Stimme als Männer. Dennoch hat jeder gesunde Mensch einen Stimmumfang von etwa zwei bis zweieinhalb Oktaven. Im unteren Drittel liegt der Bereich, den die Logopäden "Indifferenzlage" oder auch die "goldene Mitte" nennen. Es ist der Idealbereich, in dem wir reden sollten, und gleichzeitig der, den wir oft unbewusst verlassen.

Die ZDF-Moderatorin und Journalistin Kay-Sölve Richter nennt in ihrem Ratgeber "Natürlich sympathisch!" einen simplen Trick, um die natürliche Tonhöhe herauszufinden. Sie rät, sich vorzustellen, man stecke sich ein köstliches Stück Kuchen in den Mund, kaue darauf herum und mache mit geschlossenem Mund ein langes "Hmm". Dieser "Wohllaut" sollte ein paar Mal wiederholt werden. Er entspricht der natürlichen Stimmlage, die sich jeder merken sollte.

Problem vier: Aufregung

Aufregung produziert im Körper die typischen Stresssymptome: flache, kurze Atmung, Herzklopfen, Schweißausbrüche. Darunter leidet auch die Stimme - nicht ideal, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen möchte. Wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie im SZ-Video.

© SZ.de/harl/rus
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