Typologie der Kollegen (2):Der Bulldozer in der Kaffeeküche

Sie brüllen und schweigen, rennen und leiden: Kollegen haben ihre Macken - und sind doch so berechenbar. Welche Typen finden sich in Ihrem Büro? Wir kennen sie alle.

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Der Karriere-Fetischist

Er hat seine Ziele - und die will er verwirklichen. So schnell wie möglich. Er arbeitet hart und effektiv - auf Kollegen kann er auf dem Weg nach oben nicht immer Rücksicht nehmen. Aber im Prinzip hat er das Zeug zum netten Kerl. Er verstellt sich nicht und zeigt ganz offen, wo er hinwill. Er geht geradlinig seinen Weg. Wer mitgeht, geht mit, alle anderen müssen schauen, wo sie bleiben. Niederlagen treffen ihn schwer - und machen es auch den Kollegen in seinem Umfeld nicht leichter.

Tipps für den Umgang:

Alle, die den Karrieristen in seinen Vorhaben unterstützen, haben nichts zu fürchten und können ihn sogar als Freund gewinnen, der den Arbeitsalltag bereichert. Wer jedoch den gleichen Ehrgeiz pflegt wie er, sollte aufpassen. Wer sich ihm einmal in den Weg stellt, wird die Rolle des bösen Konkurrenten nicht mehr los. Dann wird mit harten Bandagen gekämpft.

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Der Stille

Er verhält sich eher unauffällig. In den Meetings ist von ihm nur selten was zu hören, aus Diskussionen hält er sich meistens raus. Deshalb stört er auch kaum - wird aber manchmal übersehen.

Tipps für den Umgang:

Unterschätzen darf man die schweigsamen Kollegen nicht. Sie haben durchaus etwas zu sagen, geben nur nicht überall ihren Senf dazu. Manchmal steckt vielleicht Schüchternheit hinter dem stillen Gemüt, manchmal aber wird das Schweigen auch als taktisches Mittel eingesetzt. Wer sonst kaum etwas redet, weiß, dass sein Wort im Ernstfall schwerer wiegt als das des ewigen Dampfplauderers von nebenan. Wer ihn direkt um Rat bittet, dem wird er gerne helfen - vielleicht auch mit Taten, statt nur Worten.

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Die Zecke

Sie laviert sich geschickt durch den Arbeitstag, ohne je Gefahr zu laufen, sich zu überarbeiten. Auf der Suche nach guten Ideen saugt sie ihre Mitarbeiter gnadenlos aus. Unangenehme Aufgaben umgeht sie durch taktische Schmeicheleien oder gibt sie durch kleine Gefallensdienste einfach an den Kollegen weiter. Geht das Projekt am Ende schief, hat sie damit nichts zu tun. Und sollte es ein Erfolg werden, steht sie in der ersten Reihe, um sich das Lob für "ihre Arbeit" abzuholen.

Tipps für den Umgang:

Vorsicht ist geboten. Eigene Ideen in Gegenwart der Zecke lieber für sich behalten oder nur vor Zeugen Details verraten - sonst gehört der Gedanke schon bald nicht mehr nur einem selbst. Für einen harmlosen Smalltalk jedoch ist die Zecke immer zu haben - sie will sich schließlich viele Freunde im Büro machen.

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Der Routinier

Er hat alles schon mal gesehen, jede Aufgabe schon mal erledigt und funktioniert beinahe wie ein Uhrwerk. Seine Aufgaben erledigt er nach Norm - übermäßiges Engagement darf man von ihm jedoch nicht mehr erwarten. Neuen Ideen steht er generell skeptisch gegenüber.

Tipps für den Umgang: Wer am liebsten den ganzen Laden umbauen möchte und voller Tatendrang steckt, wird seine Probleme mit dem Routinier haben. Wer ihn jedoch nicht gerade als großen Hemmschuh empfindet, darf auf einen verlässlichen  Kollegen zählen, der mit seiner Erfahrung und Rat zur Seite steht.

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Der Hypochonder

Er ist entweder krankgeschrieben - oder sitzt mit einer Leidensmiene an seinem Schreibtisch. Natürlich nicht, ohne sich in regelmäßigen Abständen theatralisch die Nase zu putzen oder mit einem Ächzen ein paar Tabletten zu schlucken. Er fühlt sich als Held, trotz seiner Beschwerden überhaupt im Büro erschienen zu sein und erwartet dafür auch die Hochachtung seiner Kollegen. Und wenn das nicht, dann doch wenigstens ein bisschen Mitleid.

Tipps für den Umgang:

Am besten auf Abstand halten - er könnte ansteckend sein.

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Der Choleriker

Ein falsches Wort und er explodiert. Schon Kleinigkeiten können ihn aus dem Konzept bringen. Je nach Laune knallt er dann einfach die Tür hinter sich zu oder steigert sich in einen wütenden Redeschwall hinein, der mitunter in lautstarkem Brüllen und einer umfassenden Generalbeschimpfung endet.

Tipps für den Umgang:

Mit Samthandschuhen anfassen hilft - ist aber keine Garantie, den Ausbrüchen des Cholerikers zu entkommen. Wenn der Sturm dann losbricht: Augen zu und durchhalten. Der Zorn verfliegt meist so schnell, wie er gekommen ist .

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Der Bürokrat

Er hat gerne die absolute Kontrolle. Jede Tätigkeit muss dokumentiert, archiviert oder protokolliert werden. Zu jedem Vorgang gibt es Standards, die eingehalten werden müssen - auch von den Kollegen. Ein gemeinsames Mittagessen muss rechtzeitig per E-Mail-Einladung angebahnt werden - am besten mit Hinweis auf die angestrebten Gesprächsthemen.

Tipps für den Umgang:

Das pedantische Wesen des Bürokraten zähmt man am besten, indem man ihn über seine Aktionen detailgenau auf dem Laufenden hält - Ungewissheit macht ihm Angst. Mitunter hilft auch mal ein geselliges Feierabend-Bier - da wird sogar der Bürokrat locker.

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Der Bulldozer

Er ist oft groß - und laut. Wo er den Raum betritt, schafft er sich Platz. Auf dem Konferenztisch breitet er seine Unterlagen über drei Plätze aus und die Kaffeeküche steht voll mit seinen leeren Pfandflaschen. Langes Diskutieren ist nicht sein Ding, er will Action sehen und scheut nicht davor zurück, von einem Moment auf den anderen eine Entscheidung zu treffen, die nicht jedem im Kollegenkreis gefällt. Mit seinem wuchtigen Auftreten verschafft er sich Respekt - und kommt damit nicht selten an sein Ziel.

Tipps für den Umgang:

Nur nicht einschüchtern lassen. Sensibelchen walzt er ohne Rücksicht nieder, aber selbstbewusst vorgetragenen  Widerspruch respektiert er. Nur wenn sich jemand traut, sich ihm in den Weg zu stellen, bremst er auch manchmal ab.

© sueddeutsche.de/holz/joku
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