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Tarife - Hamburg:Dritte Tarifrunde im Sicherheitsgewerbe ohne Ergebnis

Deutschland
Eine Fahne der Gewerkschaft Verdi. Foto: Axel Heimken/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Hamburg (dpa/lno) - Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen im Hamburger Sicherheitsgewerbe ist ergebnislos beendet worden. Die Arbeitgeberseite habe am Donnerstag eine Stundenlohnerhöhung von 20 Cent ab dem 1. April und weitere 28 Cent ab dem 1. April 2022 bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Für deren Verhandlungsführerin Tanja Chawla positioniert sich der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) damit "wieder in der Schmuddelecke, die er vor Jahren verlassen wollte". Verdi verlangt für die rund 8500, die Arbeitgeberseite spricht von rund 9000 Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 1,25 Euro pro Stunde noch in diesem Jahr. In der untersten Lohngruppe verdienen die Beschäftigten den Angaben zufolge derzeit 10,55 Euro pro Stunde.

Der Vorsitzende der Hamburger BDSW-Landesgruppe, Jens Müller, zeigte sich enttäuscht von den Gesprächen: "Uns geht es darum einen zeitgemäßen Tarifvertragsabschluss zu gestalten, der sicherstellt, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Dies berücksichtigt Verdi leider überhaupt nicht." Die wirtschaftliche Lage dürfe nicht außer Acht gelassen werden. "Viele unserer Auftraggeber haben erhebliche wirtschaftliche Probleme und auch ein großer Teil der Branche ist wirtschaftlich stark von der Pandemie betroffen", sagte Müller.

Nach BDSW-Angaben wurde schon zu Beginn der Verhandlungen klar, dass Verdi gar keinen Abschluss will, sondern erneut eine Vertagung anstrebt. Wann es nun weitergehe, "haben wir noch nicht vereinbart, wir müssen nun erst einmal in unserer Landesgruppe die Sachlage eingehend besprechen", sagte Müller. Verdi geht dagegen von einem Termin im März aus und kündigte an, nun Warnstreiks vorzubereiten. Derzeit werde der Branchentarifvertrag in allen Bundesländern verhandelt und sei in einigen Ländern auch schon neu abgeschlossen worden. In Nordrhein-Westfalen liegt eine Schlichtungsempfehlung vor, die unter anderem eine Stundenlohnsteigerung von 58 Cent vorsieht, wie Verdi erklärte.

© dpa-infocom, dpa:210217-99-483408/5

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