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Tarife - Anklam:Beschäftigte der Zuckerfabrik Anklam im Warnstreik

Anklam (dpa/mv) - Für eine Lohnerhöhung über der Inflationsrate haben am Donnerstag mehr als 50 Beschäftigte der Zuckerfabrik Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) die Arbeit niedergelegt. Das Angebot der Arbeitgeberseite von 1,1 Prozent plus Einmalzahlung sei nicht akzeptabel. Das Angebot gleiche nicht einmal die aktuell niedrige Inflationsrate aus, sagte die Gewerkschaftssekretärin der NGG Mecklenburg-Vorpommern, Annett Rossa-Koslowski. "Es kann nicht sein, dass die die Beschäftigten mit einem Nettoreallohnverlust nach Hause gehen." Deshalb habe die Gewerkschaft zu dem 90-minütigen Warnstreik vor der vierten Verhandlungsrunde am 25. Juli aufgerufen.

Eine konkrete Forderung der Gewerkschaft gibt es nicht. "Die Tarifkommission signalisiert damit: Wir verstehen, was auf dem Zuckermarkt los ist", sagte Rossa-Koslowski. Die Zuckerpreise sind niedrig, die Unternehmen machen Verluste.

Vom Verein der Zuckerindustrie (VdZ) mit Sitz in Berlin hieß es, das Angebot der Arbeitgeber wäre mit der Einmalzahlung "in Richtung 2 Prozent" gegangen. Derzeit sei der Zuckermarkt in einer Krise. "In solchen Krisen haben andere Branchen schon Nullrunden gehabt", sagte VdZ-Geschäftsführer Michael Ricke-Herbig. Die Zuckerindustrie habe in den vergangenen Jahren immer hohe Abschlüsse gehabt.

Die zum niederländischen Konzern Suiker Unie GmbH & Co. KG gehörende Fabrik verarbeitet Zuckerrüben zu Zucker und Bioethanol. Die einzige Zuckerfabrik Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt fast 200 Mitarbeiter, die in drei Schichten arbeiten.