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Private E-Mails im Büro:Erlaubt - trotz Verbot

Was den Inhalt der Mails anbelangt, gilt: Hier hat der Arbeitnehmer in der Regel kein schützenswertes Interesse daran, dass der Arbeitgeber sie nicht liest. Vorgesetzte und Kollegen dürfen darauf zugreifen, insbesondere bei Urlaub und Krankheit des Mitarbeiters. Dienstliche Mails werden da nicht anders behandelt als geschäftliche Briefe.

Klare Trennung erspart Streit

In besonderen Fällen dürfen Mitarbeiter trotz eines Verbots mal eine private E-Mail verschicken. Zum einen, wenn die private Nutzung dienstlich veranlasst ist, etwa um dem Partner mitzuteilen, dass er sich verspäten wird. Zum anderen in familiären Notsituationen. Hat der Chef das private Mailen erlaubt, kann aber technisch nicht unterscheiden, ob die jeweilige Nachricht privat oder geschäftlich ist, schützt das Fernmeldegeheimnis die gesamte über den Anschluss abgewickelte Kommunikation. Das heißt, nicht nur private, sondern auch dienstliche Mails darf der Chef dann nicht lesen.

Regelungen zum E-Mail-Verkehr können auch im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag festgelegt werden. Ich würde dazu raten, den dienstlichen E-Mail-Account auch bei einer erlaubten Privatnutzung so wenig wie möglich privat zu beanspruchen. Eine klare Trennung erspart im Zweifelsfall Streit mit dem Chef und arbeitsrechtliche Konsequenzen.