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Kleiderordnung und Dresscode:Karriere mit Stil

Eher Jeans als Krawatte

Business-Mode

Der Stil der Macht

Eine Situation, die in Unternehmen mit betriebseinheitlicher Kleidung vermieden wird. Große Restaurantketten, Paketdienste oder Baumärkte fordern von ihren Mitarbeitern im Kundendienst einheitliche Kleidung. Regelungen dazu sind laut Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmungspflichtig. Aber auch kleine Betriebe wie das Hamburger Friseurgeschäft Kayapato sehen in einheitlicher Kleidung Vorteile. "Vor allem unsere Auszubildenden sind noch sehr jung, haben noch kein sicheres Stilgefühl und wenig Geld ", erklärt Inhaberin Ayla Karakaya. Deshalb übernimmt die Friseurmeisterin die Kosten für das gewünschte Outfit am Arbeitsplatz.

In der sogenannten kreativen Branche ist betriebseinheitliche Kleidung eher selten. Trotzdem haben Architekten, Werber oder Internetfachleute ihren Dresscode. Eher Jeans als Krawatte heißt der beispielsweise beim Internetdienstleister AOL. "Bei uns muss niemand im Anzug oder Kostüm herumsitzen", sagt Per Christiansen, Leiter der Personal- und Rechtsabteilung. "Wir sind ein modernes, international geprägtes Unternehmen mit vielen jungen Mitarbeitern, das soll man auch sehen."

Kürzlich habe man eine Frau eingestellt, die im Assessment ihre fachliche Kompetenz gezeigt habe - und am ersten Arbeitstag auch noch eine große Tätowierung auf der Schulter. "Fand ich gut", sagt Christiansen. Wenn auch mit Einschränkung: Wer einen Termin beim Kunden hat, muss sich passend anziehen. Konkret heißt das: Sich beim morgendlichen Ankleiden vorzustellen, was der Kunde als passend empfindet. Die freie Wahl der Kleidung - sie erfordert ein gutes Einschätzungsvermögen. Messlatte ist die Erwartung des Kunden. Das stimmt in der Kreativbranche genauso wie im Finanzgewerbe. Für beide gilt, dass bei der Kleidung alles erlaubt ist - innerhalb der Norm.