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Innere Kündigung:Statisten am Schreibtisch

Auch ohne Multitasking

Stressfrei im Alltag

Das Arbeitsumfeld: Mobbende Kollegen, fiese Vorgesetzte, fehlendes Lob, nicht beigelegte Konflikte sowie eine schlechte Arbeitsorganisation sind ebenso Auslöser einer inneren Kündigung. Laut Gallup sind diese Faktoren sogar der häufigste Grund, warum Mitarbeiter sich vom Unternehmen distanzieren: Nur 19 Prozent der Befragten erklären, für gute Arbeit Lob und Anerkennung zu ernten. Dagegen bemängeln 69 Prozent, dass ihre Firma kein Interesse an ihnen als Mensch zeige.

Noch höher liegt der Anteil derer, die sich über fehlendes Feedback und mangelnde Förderung beschweren. Dagegen stimmten nur 28 Prozent der Aussage zu, sie fühlten sich bei der Arbeit mit einbezogen, weil wert auf ihre Meinung gelegt wird. "Die Ursachen für innere Kündigung sind häufig hausgemacht", so der Gallup-Projektmanager Marco Nink. "Sie gehen auf Defizite in der Personalführung zurück."

Das private Umfeld: Wer ängstlich und unsicher ist, kündigt offenbar häufiger innerlich als andere. "Die auslösenden Charaktereigenschaften können auch der überzogene Wunsch nach Beachtung, Wertschätzung, Zuwendung und Erfolg sein", erklärt Ralf Brinkmann.

Für die Betroffenen hat eine innere Kündigung nicht nur negativen Folgen. Zwar sieht er keine Chance, aus seiner unbefriedigenden Arbeitssituation zu entkommen. "Doch sie kann sich sogar positiv auswirken, etwa durch die Wiederherstellung des Selbstbewusstseins, eine Schonung des Kräftehaushalts oder mehr Lebensfreude, weil die Freizeit an Bedeutung gewinnt", sagt Brinkmann.

Führungskräfte in der Schlüsselrolle

Gegenzusteuern liegt nur zu einem kleinen Teil in ihrer Hand. Unternehmen dagegen können durchaus etwas gegen die innere Kündigung ihrer Mitarbeiter tun: Sie sollten eine klare Vision formulieren, Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse einbeziehen, sie nicht mit Veränderungen überrollen - und ihre Führungskräfte gut aussuchen: Sie spielen die Schlüsselrolle. Nur wenn sie als Vertrauenspersonen agieren, ihre Mitarbeiter ernst nehmen, sich vor sie stellen und Konflikte fair austragen, halten sie die Belegschaft davon ab, nur Dienst nach Vorschrift zu machen.