Existenzgründer im Gespräch (1) Raus aus der Krise

sueddeutsche.de: Wie hat sich die Situation entwickelt?

Bloß nichts falsch machen

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Spieß: Wir mussten die Entscheidungen, die sich als falsch erwiesen hatten, rückgängig machen. Deshalb haben wir einige Unternehmensbereiche umstrukturiert, was auch zu Personalveränderungen führte. 2008/09 war ein schwieriges Jahr für uns. Heute haben wir diese Phase überwunden und sind erneut gut aufgestellt. Wir streben ein gesundes Wachstum an und suchen Teammitglieder für mehrere Abteilungen.

sueddeutsche.de: Es heißt oft, wer sich selbständig macht, hat keine Freizeit mehr. Wie haben sich Ihre Arbeitszeiten entwickelt?

Spieß: Am Anfang floss alle Zeit in Spreadshirt - so etwas wie Privatleben gab es eigentlich nicht mehr. Ich war von der Idee und vom Erfolg beflügelt. Inzwischen ist natürlich eine gewisse Routine eingekehrt. Mit der Zeit steigen auch die familiären Bedürfnisse. Inzwischen habe ich ziemlich reguläre Bürozeiten.

sueddeutsche.de: Sie haben viele Höhen und Tiefen als Unternehmer erlebt. Welchen Ratschlag würden Sie jungen Menschen geben, die mit dem Gedanken spielen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen?

Spieß: Sie sollten so früh wie möglich beginnen und so viel wie möglich gründen. Die Risikobereitschaft sinkt mit dem Alter und die Opportunitätskosten während des Studiums sind sehr gering. Das sind gute Voraussetzungen für junge Gründer. Wichtig ist auch die Zusammenstellung des Teams. Es müssen sowohl fachlich motivierte Personen als auch unternehmerische Typen im Gründungsteam sein. Vielfalt ist wichtig, eine Gruppe, die nur aus BWLern besteht, bekommt da eventuell Schwierigkeiten. Es sollten auch nicht zu viele Gründer an einem Unternehmen beteiligt sein.