Bloggen als Business Der Tech-Blogger

Alexander Olma von iPhoneBlog.de (Bild: oh)

(Foto: )

Alexander Olma, 35

Blog: iPhoneBlog.de

Reichweite: 250 000 Unique User pro Monat

Verdienst: ca. 3000 Euro im Monat

Ich habe 2006 angefangen zu bloggen; als reines Hobby-Projekt neben dem Studium. Nach dem Abschluss habe ich noch eine Weile als freier Journalist gearbeitet, während mein Blog parallel immer weiter gewachsen ist. Und irgendwann stellte sich die Frage: Probiere ich es aus, von dem Blog zu leben oder lasse ich es? Seit 2010 ist iPhoneBlog.de mein Hauptberuf.

Mein Blog entstand, bevor das iPhone auf den Markt gekommen ist. Das Thema hat mich total gereizt und es gab sehr viel Material, über das ich schreiben konnte. Früher bin ich jeden Tag um 6 Uhr aufgestanden, um die Informationen aus den USA möglichst schnell online zu stellen. Seit ich vor einem Jahr Vater geworden bin, arbeite ich immer, wenn der Alltagskram aus dem Weg geräumt ist, aber dann auch bis gegen Mitternacht.

In den ersten Jahren konnte ich nicht mal in Urlaub fahren aus Angst, etwas zu verpassen. Mittlerweile mache ich Ferien, aber nur, wenn ich garantiert Zugang zum Netz habe.

Der Hauptteil meiner Arbeit findet hinter den Kulissen statt. Die meiste Zeit nimmt die Recherche in Anspruch und auch der administrative Kram ist mehr geworden, seit ich mich selbst um die Finanzierung meines Blogs kümmere. Bis 2013 habe ich mit Agenturen zusammengearbeitet, die Bannerwerbung auf meinem Blog verkauft haben. Damit habe ich letztes Jahr aufgehört, weil das für mich nicht mehr im richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis stand.

Ich habe zwar vielleicht keine riesige Reichweite, aber meine Leserschaft ist einiges wert, weil ich eine ganz spezielle Interessengruppe anspreche. Ich habe jetzt jede Woche einen Werbepartner - und weil dieses Modell in Deutschland noch relativ unbekannt ist, muss ich viel Zeit investieren, um Firmen über dieses Modell aufzuklären.

In den ersten zwei Jahren habe ich bewusst auf Werbung verzichtet und auch brennende Blogposts zu dem Thema geschrieben. Aber wenn man acht bis zehn Stunden am Tag mit dem Blog verbringt, ist es schon schön, nicht nur mit Kommentaren honoriert zu werden. Seit 2010 lebe ich davon, wobei mein Einkommen, wie bei den meisten Freiberuflern, stark schwankt. Da muss man gut vorausplanen. Mein Plan für die Zukunft ist ganz einfach: so lange wie möglich weiter bloggen und mein eigener Chef sein - das finde ich wunderbar.