bedeckt München 17°
vgwortpixel

Medizin:Tief im Gehirn

Transcranial magnetic stimulation

Die Kupferspule induziert für den Bruchteil einer Millisekunde ein starkes Magnetfeld im Gehirn. Bereits jetzt hilft dieses nichtinvasive Verfahren bei Depressionen, Schmerzen und Schlaganfällen.

(Foto: Phanie/Your Photo Today)

Die Stimulation von Nervenzellen gilt als neues Allheilmittel gegen neurologische Erkrankungen. Dabei wissen Forscher noch nicht einmal, was genau dabei passiert.

Die Geschichte der Medizin ist reich an Grausamkeiten. Man würde sie gerne vergessen, hätten sie die Medizin nicht vorangebracht. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren implantierte der amerikanische Psychiater Robert Galbraith Heath an der Tulane-Universität in New Orleans 50 Menschen Elektroden im Gehirn, um die Auswirkungen elektrischer Impulse auf Gefühle zu erforschen. Heath wollte das Gehirn stimulieren, um Euphorie zu erzeugen und um psychotische Patienten, die sich in sich zurückgezogen hatten, in die Realität zurückzuholen. Er hatte teilweise Erfolg, aber er kannte keine Grenzen. Für seine Experimente hatte er vermutlich keine Zustimmung eingeholt, zudem versuchte er, einem homosexuellen Mann durch Stimulation beim Sex mit einer Prostituierten gute Gefühle zu induzieren, um ihn zu "heilen". Auch vor Experimenten an Strafgefangenen schreckte er nicht zurück.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Vertrauen und Zweifel in der Corona-Krise
Drosten und wir
Teaser image
Corona-Soforthilfe
"Zugegeben, da habe ich recht großzügig gerechnet"
Teaser image
Psychiatrie
Wenn die Seele leidet
Teaser image
Psychologie
Kann man Selbstdisziplin lernen?
Teaser image
Reisetipps für Deutschland
Wo noch nicht alle anderen sind
Zur SZ-Startseite