bedeckt München 17°

Manipulationsverdacht am Herzzentrum Berlin:Selbstanzeige für die Transparenz

Die Bundesärztekammer will derzeit noch keine Stellungnahme zu den Details abgeben. Man habe seit Oktober 2013 in deutschen Kliniken 37 Programme geprüft, darunter auch am DHZB. Die Untersuchungen vor Ort seien abgeschlossen, bis ein endgültiger Bericht vorliege, dauere es aber noch bis zum September. Die Kommission überprüft seit dem Organspendeskandal 2012 stichprobenartig etliche deutsche Kliniken in Hinblick auf die Vergabe von Spenderorganen.

"Wir bedauern sehr, dass ein weiteres Klinikum im Verdacht steht, Patientendaten manipuliert zu haben", sagte Axel Rahmel, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es sich, wenn, dann um Manipulationen der Wartelisten handle und die Organspende selbst davon nicht betroffen sei. Organspende, Organverteilung und Transplantation sind in Deutschland verschiedenen Organisationen zugeteilt.

Für Rahmel zeigen die "aufgedeckten Manipulationen aus der Vergangenheit", dass "die 2012 verabschiedeten Maßnahmen greifen" und die Prüfkommission ihren Aufgaben gewissenhaft nachkomme. Seit 2012 werden Transplantationszentren fortlaufend von einer unabhängigen Kommission überprüft. "Diese Transparenz hilft, zukünftige Fälle zu vermeiden und das Vertrauen in die Kliniken wieder zu stärken", so Rahmel. "Wir hoffen, dass die Manipulationsvorwürfe nicht zu einer erneuten Verunsicherung in der Bevölkerung und damit einem Rückgang der Organspendebereitschaft führen."

Am Berliner Herzzentrum hielt man sich am Freitag bedeckt. Sprecherin Barbara Nickolaus sagte lediglich, dass man vor einigen Tagen über einen Anwalt Selbstanzeige erstattet habe, "um Transparenz herzustellen". Es gehe um den guten Ruf des Zentrums. Das DHZB gehört zu den renommiertesten medizinischen Einrichtungen in Deutschland. Seit 1986 wurden neben 1800 Herzverpflanzungen auch 2300 Kunstherzimplantationen und 75 000 Operationen am offenen Herzen durchgeführt.