Ebola-Hilfe:EU stellt weitere Millionen bereit

  • EU und Pharmaindustrie sagen 280 Millionen Euro für die Ebola-Forschung zu. Auch US-Präsident Obama will mehr Geld im Kampf gegen die Seuche ausgeben.
  • Die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium geht davon aus, dass Deutschland maximal zehn Ebola-Patienten gleichzeitig aufnehmen kann.

Impfstoff-Entwickung soll vorangetrieben werden

Die EU stockt ihre finanziellen Hilfen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. Sie stellt gemeinsam mit der Pharmaindustrie weitere 280 Millionen Euro für die Erforschung der Krankheit bereit. Nach Worten von EU-Forschungskommissar Carlos Moedas soll das Geld in die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente fließen. Die Hälfte der Summe kommt aus einem EU-Programm, die andere Hälfte von der Industrie. Damit haben die EU und die EU-Staaten inzwischen mehr als eine Milliarde Euro im Kampf gegen Ebola bereitgestellt.

Auch US-Präsident Barack Obama will mehr Geld für den Kampf gegen Ebola ausgeben. Er beantragte beim Kongress in Washington zusätzliche 6,2 Milliarden Dollar (etwa fünf Milliarden Euro). Die Mittel sollten helfen, die Epidemie in Westafrika einzudämmen und die Vorbereitungen auf etwaige Fälle im eigenen Land zu verbessern, hieß es in einem Dringlichkeitsantrag.

Deutschland für einzelne Patienten gut gerüstet

Die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium geht davon aus, dass Deutschland bis zu zehn Ebola-Fälle gleichzeitig bewältigen kann. Sollten es mehr werden, seien allerdings regionale Engpässe zu erwarten. Und zwar nicht nur bei den Spezial-Behandlungsbetten, von denen derzeit nur etwa zehn kurzfristig verfügbar seien, sondern auch bei Personal und Rettungswagen. Dieses Szenario sei jedoch nur dann wahrscheinlich, falls die Ebola-Epidemie in Westafrika ein noch deutlich größeres Ausmaß erreichen sollte als bisher.

In Deutschland wurden bisher drei Ebola-Patienten behandelt, die sich in Westafrika infiziert hatten. Einer der drei Patienten starb, ein zweiter ist auf dem Weg der Besserung, der dritte ist gesund entlassen.

Mehr als 13 000 Menschen infiziert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht mittlerweile von 13 042 bestätigten oder möglichen Krankheitsfällen aus. 4818 Menschen seien durch das Virus gestorben. Dabei scheint die Zahl der Neuerkrankungen in Guinea derzeit stabil zu sein, während sie in Sierra Leone weiter steigt und in Liberia sinkt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB