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Bericht der Patientenberatung:Konfliktthema Krankengeld

627-mal dokumentierte die UPD Fälle, in denen Ärzte einen Einblick in die Krankenunterlagen verweigerten. Auch das neue Patientenrechtegesetz habe wenig an dem Umstand geändert, dass vielen Patienten und Ärzte die Patientenrechte nicht bekannt seien, so ist die Erfahrung der UPD.

Der höchste Anteil der Beschwerden gegen Ärzte entfiel auf die Zahnmedizin (5100 Fälle). Dies hängt nach Darstellung der UPD vor allem damit zusammen, dass in diesem Bereich sehr viele Leistungen von den Patienten selbst gezahlt werden müssen und zudem die Behandlungsergebnisse leichter kontrolliert werden könnten. Wolfgang Zöller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, führte dies zum Teil auf die komplizierte Aufstellung des Heil- und Kostenplans zurück. Hier werde es aber in absehbarer Zeit eine leichter verständliche Aufstellung geben, sagte er. Der CSU-Bundestagsabgeordnete bezeichnete den UPD-Bericht als wichtigen Hinweisgeber für die künftige Gesetzgebung.

Ein anderes zentrales Beschwerdethema betrifft nach Angaben der UPD das Verhalten der Krankenkassen und hier insbesondere beim Thema Krankengeld. Dieses wird von der Kasse im Krankheitsfall zumeist nach sechs Wochen als Lohnersatz gezahlt. Die Ausgaben der Kassen für das Krankengeld sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich und deutlich gestiegen. Zahlten sie 2006 nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes noch 5,71 Milliarden Euro, waren es 2012 schon 9,17 Milliarden Euro. Allein in den vergangenen vier Jahren stiegen die Ausgaben um 39 Prozent.

Offenbar führt dieser Anstieg dazu, dass viele Krankenkassen energisch bei ihren Patienten nachhören. Das Krankengeld war die Kassenleistung, zu der die Patienten am häufigsten Rat bei der UPD einholten (4760 Kontakte). Auffallend ist laut Bericht, dass Betroffene mit psychischen Krankheiten die größte Gruppe der Ratsuchenden darstellten. Viele Patienten beschwerten sich über widersprüchliche und unvollständige Informationen oder beklagten eine unberechtigte Ablehnung der Leistung. Häufig hätten die Ratsuchenden aber auch angegeben, dass sie sich durch ihre Kasse unter Druck gesetzt gefühlt hätten, zum Beispiel durch regelmäßige Anrufe und durch unberechtigte Fragen nach Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit.