Auswärtiges Amt reagiert auf Seuche Deutsche sollen Ebola-Länder verlassen

Nur noch medizinisches und Botschafts-Personal sollen bleiben: Das Auswärtige Amt fordert alle Deutschen zur Ausreise aus den von Ebola betroffenen Staaten auf.

  • Die Bundesregierung empfiehlt allen Deutschen, die Ebola-Regionen Westafrikas zu verlassen.
  • Die WHO erhält bis zu 1000 Dosen eines noch nicht zugelassenen Impfstoffs.
  • In Nigeria kostet die kürzlich eingeschleppte Seuche ein drittes Menschenleben.

Deutsche sollen zurückkehren

Wegen der Ebola-Epidemie hat das Auswärtige Amt alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert. Das gelte ausdrücklich nicht für dringend benötigtes medizinisches Personal, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Auch die deutschen Vertretungen bleiben geöffnet.

Kanada stellt nicht zugelassenen Impfstoff zur Verfügung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erhält 800 bis 1000 Dosen eines Impfstoffes, der sich noch in der Erprobungsphase befindet. Das Mittel sei zwar erfolgreich an Affen getestet worden, aber noch nie an Menschen. Zuerst sollen voraussichtlich Ärzte und Krankenpfleger mit dem Medikament behandelt werden. Eine größere Menge des Impfstoffs kann nach Angaben aus Kanada erst in vier bis sechs Monaten hergestellt werden.

Dritter Todesfall in Nigeria

Nigeria beklagt sein drittes Ebola-Opfer. Bei dem Toten handele sich um einen 36-Jährigen, der im Juli mit einem Mann gereist sei, der Ebola nach Nigeria eingeschleppt habe, teilte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas mit. Er hatte sich in Quarantäne befunden. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. In der Millionenmetropole Lagos sind zehn Ebola-Fälle bekanntgeworden. Insgesamt wurden bis zum 9. August 1800 bestätigte und Ebola-Verdachtsfälle gemeldet, mehr als 1000 Menschen starben seit Beginn der Epidemie an der Infektion.