bedeckt München 30°

Tipps für Konsumenten:Fallstricke des Alltags

Der Kunde ist König? Wo denn? Stattdessen hält man ihn zum Narren: Verkauft ihm Himalaya-Salz als Zaubermittel. Belohnt ihn mit wundersamen Treuepunkten. Und zieht ihm mit dem "Kundendienst" das Geld aus der Tasche. Wie Sie den kleinen Nepp erkennen.

Nicolas Peerenboom

Ärger im Alltag: Immer wieder wird der Verbraucher mit zweifelhaften Angeboten gelockt, die am Ende nicht das halten, was sie versprechen. Beispiele im Überblick - in Kooperation mit dem NDR.

Billig kann ganz schön teuer werden

Ob Drucker, Kaffeemaschine oder Staubsauger. Früher hat man auf hochwertige Haushaltsgeräte gespart. Heute werden sie einem vom Handel für kleines Geld nachgeschmissen. Günstig ist doch gut - aber ist das wirklich so? Inzwischen verdienen Hersteller und Händler am Zubehör. Und da wird es für Verbraucher richtig teuer.

Beispiele: Den Staubsauger gibt es für 60 Euro. Aber die Staubsaugerbeutel kosten zwei Euro das Stück. Auch die Kaffemaschine mit den praktischen Pads kostet 60 Euro in der Anschaffung. Die Pads dafür kosten pro Tasse 19 Cent. Für Vieltrinker kommt da einiges zusammen. Und besonders bei Farbdruckern fallen die Folgekosten ins Gewicht. Während der Tintendrucker beispielsweise nur 30 Euro kostet, verlangt der Handel für einen Satz Tinten-Patronen 40 Euro. Hochgerechnet auf einen Liter Farbtinte läppern sich die Kosten auf mehr als 2400 Euro.

Besonders ärgerlich wird es, wenn der Verbraucher beim Zubehör nicht auf günstigere Angebote von anderen Anbietern ausweichen kann. Zum Beispiel, wenn der Drucker mit einem speziellen Chip ausgestattet ist, der nur die teuren Originalpatronen akzeptiert. Lock in, einsperren, nennt man im Fachjargon diese Methode, den Kunden mit technischen Tricks und Kniffen zum Kauf des eigenen Zubehörs praktisch zu zwingen.

Tipp

Viele Kunden übersehen, dass sie heute oftmals nicht nur ein bestimmtes Produkt (etwa den Drucker), sondern ein ganzes Produktsystem (Drucker plus Tintenpatronen) erwerben. Bei einem Preisvergleich kommt es also nicht nur auf die Anschaffungs-, sondern auch auf die Folgekosten für das Zubehör an.

Hinweis: Die Sendung Die größten Verbraucherlügen ist am Montag, 2. April um 21 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen - direkt im Anschluss an das Verbrauchermagazin Markt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB