Tipps für Eltern – Steuerklassen wechseln

Steuerberater sagen: Heiraten lohnt immer. Das ist nicht romantisch, gilt aber umso mehr für Paare, die eine Familie gründen. Denn Verheiratete, die schon vor oder am Anfang der Schwangerschaft genau wissen, wie sie die Arbeit nach der Geburt teilen möchten, können ganz legal tricksen, indem sie die Steuerklassen wechseln. Denn wenn schon früh feststeht, dass ein Elternteil nach der Geburt des Kindes deutlich länger Elterngeld beziehen möchte, kann dieser nun die günstige Steuerklasse III wählen. Der Effekt ist derselbe wie bei den Freibeträgen: Ihm bleibt vor der Geburt des Kindes mehr netto vom brutto, das Elterngeld steigt. Die Summe, die der Partner, der nun die Steuerklasse V hat, zu viel an den Fiskus zahlt, können sich die Eltern später bei der Steuererklärung zurückholen.

Denn erst dann folgt die tatsächlich Endabrechnung, die Aufteilung der Steuerklassen regelt nur die monatliche Steuerzahlung.Diese Praxis ist laut einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 25. Juni 2009 völlig legal.

Der Münchner Steuerberater Tobias Gerauer vom Lohnsteuerhilfeverein Bayern sagt allerdings: "Die Eltern müssen gut durchrechnen, ob sie es sich leisten können, vor der Geburt die Steuerklassen zu wechseln." Denn dem Partner mit der Klasse V bleibt ja im Gegenzug erstmal deutlich weniger Geld - und das trifft in dieser Konstellation oft den Haupternährer. Außerdem gilt: Wer in die Steuerklasse V wechselt und später arbeitslos oder arbeitsunfähig wird, erhält im Fall des Falles weniger Arbeitslosen- respektive Krankengeld. Und schließlich ist Elterngeld zwar steuerfrei, aber es gilt der sogenannte Progressionsvorbehalt. Das heißt, Elterngeld erhöht den Prozentsatz, mit dem Lohn oder Gehalt zu versteuern sind. Besonders Alleinerziehende kann es böse überraschen, wenn es nach Abgabe der Steuererklärung heißt: bitte nachzahlen.

17. Mai 2011, 11:002011-05-17 11:00:59 © SZ vom 17.05.2011/bbr