Standard & Poor's Ratingagentur stuft Griechenland herab

CCC statt B: Um gleich drei Stufen senkt die Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bewertung der Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Der Grund: Die Chancen für eine Umschuldung steigen. Die könnte die Agentur als Zahlungsausfall einschätzen. Die griechische Regierung protestiert.

Die Regierung spart, die EU verspricht Hilfe, doch das Vertrauen der Finanzanalysten in Griechenland sinkt weiter: Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um drei Stufen herabgesetzt. Die neue Bewertung gilt nur für langfristige griechische Staatsanleihen Die werden nun mit CCC benotet statt wie zuvor mit B. Kurzfristige Anleihen erhalten weiter ein C.

Auch am Wochenende protestierten wieder viele Griechen gegen die Sparmaßnahmen der Regierung. Das die ausreichen, um das Land zahlungsfähig zu halten, bezweifelt die mächtige Ratingagentur Standard & Poor's - und stuft Griechenlands Kreidtwürdigkeit herab.

(Foto: dpa)

Grund für die neue Bewertung sind die politischen Entwicklungen auf europäischer Ebene: Die Wahrscheinlichkeit sei deutlich gestiegen, dass es zu einer Umschuldung Griechenlands komme, bei der auch private Gläubiger auf Geld verzichten müssten, so Standard & Poor's. Das könnte von den Ratingagenturen als Zahlungsausfall eingestuft werden. Die Regierung in Athen werde sich 2012 und wahrscheinlich auch später nicht wieder selbst Geld an den Finanzmärkten leihen können.

In der EU wird derzeit über ein weiteres milliardenschweres Hilfspaket für Griechenland debattiert, um den Staatsbankrott noch zu verhindern. Bundesfinanzminster Wolfgang Schäuble und Euro-Gruppen-Chef Juncker setzen sich für eine "sanfte" Umschuldung ein, an deren Kosten auch private Gläubiger beteiligt werden sollen. Die sollen nach dem Willen der Politiker die Laufzeiten ihrer griechischen Staatsanleihen verlängern.

Auch der Ausblick für Griechenland bleibt laut Standard & Poor's negativ. Das könnte auf eine weitere Herabstufung in den kommenden zwölf bis 18 Monaten hindeuten.

Die Regierung in Athen reagierte enttäuscht auf die Herabstufung: Standard & Poor's ignoriere die intensiven Unterredungen, die innerhalb der EU und im Internationalen Währungfonds stattfinden, hieß es aus dem Finanzministerium. Griechenland bleibe "unerschütterlich" auf dem eingeschlagegen Kurs der Rettung des Landes. Die Regierung will im Gegenzug für ein neues Hilfspaket zusagen, noch härter zu sparen und in großem Stil Staatsbesitz zu privatisieren, damit Geld in Staatskassen fließt.