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Smart Home:Das Haus als Helfer

Günther Ohland

Günther Ohland ist Gründungsmitglied des Smart Home Initiative Deutschland. Mitglieder in dem Verband sind vor allem Unternehmen aus der Industrie, Entwicklung, dem Handel und dem Handwerk.

(Foto: Günther Ohland)

Ein Smart Home soll den Alltag einfacher machen. Aber es sollte lieber nicht intelligenter sein als der Bewohner, meint Günther Ohland, Mitbegründer des Verbandes Smart Home Initiative Deutschland.

Interview von Felicitas Witte

Deutschland brauche smarte Häuser, findet Günther Ohland, in Zukunft noch viel mehr als heute. Der Mitbegründer des Verbandes Smart Home Initiative Deutschland erklärt, welche Vorteile die modernen Immobilien haben können, aber nicht unbedingt "intelligent" sein sollen.

Herr Ohland, Sie beschäftigen sich mit dem Smart Home. Was ist das für Sie?

Günther Ohland: Manche übersetzen es mit intelligentes Haus. Mein Haus darf aber nicht intelligenter sein als ich! Smart ist mein Haus dann, wenn es mir nach meinen Regeln Arbeit abnimmt. Wenn ich jeden Abend um sieben die Rollläden unten haben möchte, soll mein smartes Haus daran denken. Aber ich bestimme, wann die Läden runtergehen.

Sie haben im Jahr 2008 die Smart Home Initiative gegründet. Wie kam es denn dazu?

In Berlin wurde wieder einmal eine smarte Musterwohnung vorgestellt - eine von Dutzenden Prototypen. Die Projektleiter von der technischen Hochschule waren da, Forscher, Hersteller, Software- und Hardware-Profis. Wieder einmal war man begeistert, dass eine smarte Wohnung funktioniert und dass Smart Home auch noch Energie spart. Irgendwann habe ich gesagt: Wir müssen aufhören mit den Prototypen, sondern endlich echte smarte Häuser bauen. Kurzerhand haben wir einen Verein gegründet, denn gemeinsam können wir unsere Interessen auch gegenüber der Politik viel besser vertreten.

Was wollen Sie erreichen?

Dass smartes Wohnen Standard wird, damit wir komfortabel leben können. Die Menschen werden immer älter, aber es gibt immer weniger Betreuer und Pflegende. Deshalb müssen wir unsere Wohnungen darauf vorbereiten, dass auch ältere und körperlich eingeschränkte Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Auch vergeuden wir zurzeit riesige Mengen Heizenergie. Mit smarter Technik kann man ohne große Komforteinbußen Energie sparen.

Gibt es vom Staat Geld für ein smartes Haus?

Die Förderbank KfW finanziert altersgerechtes Umbauen, energetische Sanierung und Einbruchschutz. Wenn man seinen Umbau zum smarten Heim entsprechend definiert, könnte man durchaus eine Finanzspritze bekommen.

© SZ vom 20.04.2018

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