Rentenversicherung und Krankenversicherung Koalition stellt Senkung der Sozialbeiträge in Aussicht

Mehr Netto vom Brutto: Arbeitnehmer dürfen im kommenden Jahr auf eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen hoffen. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung erwägen Koalitionspolitiker, sie bei Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung bis zu "einem Prozentpunkt" weniger zahlen zu lassen.

Die Arbeitnehmer in Deutschland können im kommenden Jahr auf eine deutliche Senkung der Sozialbeiträge hoffen: Laut einem Bericht der Bild-Zeitung haben Fachpolitiker von Union und FDP das in Aussicht gestellt. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michel Fuchs, sagte demnach, die Sätze zu für die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung könnten 2013 "durchaus um insgesamt einen Punkt" sinken.

Voraussetzung sei, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin positiv entwickele. Wie die Zeitung unter Berufung auf FDP-Fraktionskreise schreibt, sehen auch die Liberalen deutliche Entlastungsspielräume. Allein der Rentenbeitragssatz könnte demnach zum Jahreswechsel von 19,6 auf 19,0 Prozent sinken. FDP-Fraktiosnvize Heinrich Kolb sagte, eine Senkung um 0,5 Punkte sei "sehr realistisch". Bei guter Konjunktur könnte der Satz sogar noch stärker gekürzt werden.

Die Sozialbeiträge machen für Arbeitnehmer - neben der Einkommensteuer - einen großen Teil ihrer Abzüge vom Lohn aus. Ein Durchschnittsverdiener muss etwa 20 Prozent seines Bruttolohnes für die Sozialversicherungen aufbringen. Die Beiträge für Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Der einheitliche Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen liegt derzeit etwa bei 15,5 Prozent. Allerdings haben sich sowohl im Gesundheitsfonds als auch bei den einzelnen Kassen selbst gewaltige Überschüsse in Höhe von etwa 20 Milliarden Euro angesammelt. Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte deshalb am Montag angekündigt, die Kassen notfalls zur Ausschüttung von Prämien zwingen zu wollen.