Neuer Bonus für Ehrenamtliche Soziales Engagement lohnt sich für jeden Steuerzahler

Die steuerfreie Ehrenamtspauschale von jetzt 720 Euro ist für alle gedacht, die sich für die Gesellschaft engagieren, aber nicht lehrend oder pädagogisch tätig sind. Zum Beispiel, wer als Schiedsrichter nebenbei arbeitet, als Kassen-, Platz- oder Hallenwart, als Rettungssanitäter oder ehrenamtliche Betreuung der Cafeteria im Gemeindezentrum. Die Pauschale kann nicht mit dem Übungsleiterfreibetrag kombiniert werden.

Grundsätzlich kann ein Nebenjob im Dienst der Gesellschaft entweder über die elektronische Lohnsteuerkarte laufen, als Minijob ohne Abgaben oder auf Honorarbasis. Bei Minijobs und Beschäftigung auf Steuerkarte ist es möglich, sich den Steuervorteil schon als Freibetrag eintragen zu lassen. Wer sich in den kommenden Wochen noch an seine Steuererklärung für 2012 setzen muss, sollte bedenken: Fürs vergangene Jahr gelten noch die alten Freibeträge von 200 respektive 500 Euro im Jahr. Lohnsteuerhilfevereine beraten bei Bedarf.

Auch die über 600.000 bundesweit eingetragenen Vereine selbst profitieren vom neuen Gesetz, vor allem Sportvereine. Ihre Umsatzgrenze ist jetzt angehoben, ab der für Sportvereine Körperschaft- und Gewerbesteuer fällig werden: von 35.000 Euro auf 45.000 Euro pro Jahr. Organisiert ein Sportverein Wettkämpfe, bietet er Sportreisen oder Kurse an und nimmt er dafür Eintritts- oder Startgeld, gilt jetzt: Bleiben die damit erzielten Umsätze - ohne Umsätze mit Getränken, Essen und Werbung - unter 45.000 Euro pro Jahr, sind sie steuerfrei. Und wenn Vereine weniger Einnahmen versteuern müssen, bleibt ihnen mehr Geld in der Kasse.

Ehrenamtliche sollten die Gelegenheit beim Schopf packen und einfach fragen, ob ihr Verein nicht womöglich ein paar Euro mehr zahlen könnte als bisher, sagt Tobias Ernst von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Ein Rechenbeispiel dazu von Stiftung Warentest: Ein Trainer im Sportverein bekam im vergangenen Jahr 12 x 175 Euro als Entschädigung und 12 x 75 Euro als Minijob vergütet.

Der Verein könnte nun die Beträge für 2013 anpassen, 12 x 200 Euro als Entschädigung zahlen und 12 x 50 Euro als Minijob, empfehlen die Verbraucherschützer. Damit spare der Verein fast 100 Euro Abgaben im Jahr. Den Staat kostet die höhere Belohnung seiner sozial engagierten Bürger circa 110 Millionen Euro im Jahr, die Sozialkassen gehen von Mindereinnahmen von 115 Millionen Euro aus.